Das Wochenende hat viele Menschen in Wendorf zusammengeführt. Auf der Seebrücke standen am Sonntagnachmittag zeitweise Hunderte Schaulustige, alle mit demselben Blick Richtung Wasser: Wie geht es dem Buckelwal, der seit Tagen in der Wismarer Bucht festhängt? Die Anteilnahme ist groß – viele hoffen, dass sich das Tier noch einmal aus eigener Kraft befreien kann.
Experten sehen kleine Hoffnung – aber die Lage bleibt ernst
Fachleute des Meeresmuseums Stralsund bestätigten am Sonntag, dass der Wal weiterhin extrem gestresst ist. Das Tier liegt zeitweise mit dem Bauch im flachen Wasser – ein Zustand, den die Wissenschaftler „Leibaufsetzen“ nennen. Dennoch: Theoretisch könnte sich der Wal noch selbst befreien. Laut Tierärzten ist er zudem nicht akut vom Verhungern bedroht, da Buckelwale längere Fastenphasen überstehen können.
Greenpeace und Wasserschutzpolizei sichern das Gebiet
Um den Wal nicht zusätzlich zu belasten, halten Greenpeace und die Wasserschutzpolizei das Umfeld frei. Sie achten darauf, dass Boote und Schaulustige ausreichend Abstand halten. Ruhe sei jetzt das Wichtigste, betonen die Einsatzkräfte. Wer heute nach Wendorf kommt, wird deshalb gebeten, die Absperrungen zu respektieren und dem Tier den nötigen Raum zu lassen.
Ein Tier, das eine ganze Region bewegt
Der Buckelwal hat in den vergangenen Tagen nicht nur die Küste, sondern auch die sozialen Netzwerke und die Gespräche in der Stadt geprägt. Viele Menschen verfolgen die Lage aufmerksam und hoffen auf ein gutes Ende. Ob sich der Meeressäuger befreien kann, bleibt ungewiss – doch die Anteilnahme zeigt, wie sehr das Schicksal des Tieres die Region berührt.