Die Hoffnung auf ein schnelles Wunder in der Wismarer Bucht schwindet. Nachdem der Buckelwal die Nacht in der flachen Bucht vor der Insel Poel verbracht hat, äußerten sich Umweltminister Till Backhaus und Experten internationaler Schutzorganisationen am frühen Mittwochmorgen äußerst besorgt. Die Lage des Tieres wird als „nicht gut“ eingestuft.
Laut Claus Tantzen, dem Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, liegt der Wal am frühen Morgen weiterhin unweit der Ortschaft Kirchdorf fest. Sobald das Tageslicht ausreicht, wird ein Expertenteam des Meeresmuseums und der Organisationen Greenpeace und Sea Shepherd das Tier begutachten. Die größte Sorge bereitet dabei die Position des Wals, er liegt in extrem flachem Wasser und zeigt mit dem Maul direkt in Richtung Land. Da sich der Wasserstand vorerst kaum verändern wird, ist es für den Meeresriesen aus eigener Kraft fast unmöglich, zu wenden und den Weg zurück in tiefere Gewässer zu finden.
Ein Kämpfer in der Sackgasse
Trotz der widrigen Umstände gibt er nicht auf. Franziska Saalmann von Greenpeace berichtete, dass der Wal immer wieder versucht, sich aus dem Schlamm und dem flachen Wasser zu befreien. Doch die Bucht bei Poel ist sehr verwinkelt und läuft spitz zu – eine geografische Falle für ein Tier dieser Größe. Die Experten betonen, dass Timmy zwar ein beeindruckender Kämpfer sei, seine Energiereserven nach den Strapazen der letzten Tage jedoch sichtlich zur Neige gehen.
Wie geht es jetzt weiter?
Am Vormittag soll eine medizinische Einschätzung Klarheit über den Gesundheitszustand des angeschlagenen Wals bringen. Die Helfer stehen vor einer schweren Entscheidung, da herkömmliche Rettungsmethoden in diesem flachen und verwinkelten Areal an ihre Grenzen stoßen. Während die offizielle Prognose der Fachleute am Abend eher traurig ausfiel, bleibt der Rückhalt in der Bevölkerung ungebrochen. Überall an den Küsten von Wismar bis Poel hoffen die Menschen, dass der doch noch einmal die Kraft für ein letztes, entscheidendes Manöver in Richtung Atlantik findet.