Rund um das Schicksal des gestrandeten Buckelwals hat es in Wismar erneut Proteste gegeben. Tierschützer und engagierte Bürgerinnen und Bürger bildeten eine Menschenkette, um auf die Lage des Tieres aufmerksam zu machen und ein Fortsetzen der Rettungsbemühungen einzufordern.
Protest richtet sich gegen eingestellte Rettungsmaßnahmen
Die Aktion wurde Anfang April von verschiedenen Tierschutzgruppen und Freiwilligen organisiert. Unter dem Motto „Eure Ignoranz tötet“ kritisierten sie die Entscheidung der Behörden, die aktiven Rettungsversuche einzustellen. Fachleute hatten den Wal zuvor als sterbend eingestuft und empfohlen, weitere Eingriffe zu vermeiden, um dem Tier zusätzliches Leiden zu ersparen.
Die Demonstrierenden forderten hingegen, alle verbleibenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Wal zurück ins offene Meer zu bringen. Die Menschenkette sollte ein sichtbares Zeichen setzen und politischen Druck aufbauen.
Ort des Geschehens: Wismarer Bucht und Kirchsee
Das Drama um den Buckelwal spielt sich seit Wochen im Bereich der Wismarer Bucht und der Insel Poel ab. Der rund zwölf Meter lange Buckelwal war im März in die Ostsee gelangt und liegt seit einiger Zeit regungslos in der Kirchsee-Bucht fest. Trotz seiner Schwäche atmet das Tier weiterhin, wird aber engmaschig von Experten beobachtet.
Überlebenschancen bleiben extrem gering
Nach Einschätzung der Fachleute hat sich sein Zustand in den vergangenen Tagen nicht verbessert. Die Überlebenschancen gelten als äußerst gering. Die Behörden halten an ihrer Linie fest, keine weiteren Rettungsversuche zuzulassen, um das Tier nicht zusätzlich zu belasten.
Ein Symbolfall, der viele bewegt
Die Menschenkette zeigt, wie stark das Schicksal des Wals die Region beschäftigt. Während die Experten auf einen möglichst schonenden Verlauf des Sterbeprozesses setzen, hoffen viele Bürgerinnen und Bürger weiterhin auf ein Wunder – oder zumindest auf den Versuch, eines möglich zu machen.