Sechs Wochen vor der Landtagswahl am 20. September 2026 hat in Mecklenburg‑Vorpommern die heiße Phase des Wahlkampfs begonnen. Am Wochenende verwandelten sich Straßen und Plätze im ganzen Land in ein dichtes Netz aus Wahlplakaten. Kaum waren die ersten Motive an den Laternenmasten befestigt, entbrannten bereits politische Auseinandersetzungen und Diskussionen über die Regeln der Plakatierung.
Vorwurf des Rechtsbruchs
Für den ersten Streit sorgte ein Vorwurf aus der SPD. Der Bundestagsabgeordnete Erik von Malottki beschuldigte die AfD in Neubrandenburg, Plakate vor dem gesetzlich erlaubten Stichtag aufgehängt zu haben. Die Partei habe sich damit einen unzulässigen Vorsprung verschafft. Parallel dazu zeigte sich das bekannte Bild der ersten Wahlkampfnächte: Zahlreiche Plakate aller Parteien wurden beschädigt, beschmiert oder abgerissen.
Kommunen reagieren mit strengeren Regeln
Immer mehr Städte und Gemeinden versuchen, die Plakatflut einzudämmen. In Wolde wurde das Anbringen an Laternenmasten komplett untersagt; stattdessen stellt die Gemeinde zentrale Aufsteller bereit. In den Innenstädten von Neubrandenburg und Malchow gilt sogar ein vollständiges Plakatierungsverbot. Das Amt Röbel‑Müritz hat für jeden Ort eine feste Obergrenze eingeführt, um die Zahl der Plakate zu begrenzen. Die Maßnahmen spiegeln den wachsenden Unmut vieler Kommunen über die zunehmende Belastung durch Plastik‑ und Pappschilder wider.
SPD setzt auf Personalisierung
Für Aufmerksamkeit sorgt auch die optische Strategie der SPD. Auf der ersten Plakatwelle fehlt das traditionelle Parteilogo vollständig. Stattdessen setzt die Partei auf die Bekanntheit von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und das klassische Parteirot. Die Personalisierung soll offenbar den Wahlkampf stärker auf ein direktes Duell mit der in den Umfragen starken AfD zuspitzen. Das SPD‑Logo soll erst mit einer zweiten Plakatwelle in zwei Wochen erscheinen.