Heute Abend richtet sich der Blick in Mecklenburg‑Vorpommern gen Himmel. Eine außergewöhnlich starke partielle Sonnenfinsternis taucht den Nordosten in eine besondere Abendstimmung. Ab etwa 19.11 Uhr schiebt sich der Neumond vor die tief stehende Sonne. Da das Ereignis in die Zeit des Sonnenuntergangs fällt, verläuft die gesamte Finsternis knapp über dem west‑nordwestlichen Horizont.
Höhepunkt mit über 80 Prozent Verdunklung
Gegen 20.06 Uhr erreicht das Schauspiel seinen Höhepunkt: Rund 84 bis 85 Prozent der Sonnenscheibe werden verdeckt, sodass nur eine schmale, leuchtende Sichel sichtbar bleibt. Es ist die stärkste Verdunklung, die Mecklenburg‑Vorpommern seit vielen Jahren erlebt hat. Erst nach dem Sonnenuntergang gegen 20.50 Uhr endet die Finsternis vollständig.
Beste Sichtbedingungen im ganzen Land
Die Wetterlage könnte kaum günstiger sein. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert klare Sicht ohne dichte Wolkenfelder. Da die Sonne extrem tief steht, empfehlen Astronomen erhöhte Standorte oder freie Horizonte – etwa die Strände von Warnemünde oder die Westseite der Insel Poel. Sternwarten in Schwerin und Greifswald sowie Beobachtungsgruppen im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide bieten fachkundige Begleitung. Die astronomische Station Rostock verzichtet wegen eingeschränkter Westsicht auf eine öffentliche Beobachtung.
Warnung vor Blick ohne Schutz
Trotz der fortgeschrittenen Abendstunde mahnt das Bundesamt für Strahlenschutz zu größter Vorsicht. Der direkte Blick in die Sonne bleibt während der gesamten Finsternis hochgefährlich und kann die Netzhaut innerhalb von Sekunden irreparabel schädigen. Normale Sonnenbrillen oder improvisierte Hilfsmittel bieten keinen Schutz. Sicher ist nur der Blick durch zertifizierte Sonnenfinsternis‑Brillen nach ISO‑Norm 12312‑2.
Sternschnuppen als Zugabe
Für alle, die nach Einbruch der Dunkelheit draußen bleiben, gibt es einen romantischen Bonus: Direkt im Anschluss erreicht der Sternschnuppenschwarm der Perseiden seinen Höhepunkt.