In Mecklenburg‑Vorpommern beginnt am Montag das neue Schuljahr. Bis zu den Herbstferien Mitte Oktober heißt es für die Schülerinnen und Schüler wieder lernen, üben und ankommen. Von Boizenburg bis Penkun machen sich Tausende Kinder erstmals auf den Weg in die Schule. Das Land stellt neue Angebote bereit, gleichzeitig treten neue Vorgaben in Kraft.
Schülerzahlen sinken weiter
An den 561 allgemeinbildenden Schulen starten insgesamt rund 163.600 Kinder und Jugendliche in das Schuljahr. Das sind etwas weniger als im Vorjahr mit 164.900 Schülerinnen und Schülern. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei den Einschulungen aus: Statt 14.600 Erstklässlern wie 2025 beginnen in diesem Jahr nur 13.300 Kinder die Schule. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass dieser Trend anhält. Bis 2035 soll die Zahl der Kinder in Kitas und Kindertagespflege um 29 Prozent sinken. Bildungsministerin Simone Oldenburg nennt als Hauptgrund die Abwanderung junger Frauen seit der Wende.
Vorbereitung auf den ersten Schultag
Für den Schulstart müssen Kinder weder lesen, schreiben noch rechnen können. Eltern können jedoch unterstützen, indem sie gemeinsam Bücher anschauen, Geschichten nacherzählen oder Gedichte üben. Als Grundlage für das Rechnen sollten die Kinder bis zehn zählen können. Würfelspiele helfen beim ersten Umgang mit Zahlen. Wichtig ist zudem, soziale Fähigkeiten zu stärken: Rücksicht nehmen, zuhören und mit kleinen Misserfolgen umgehen. Diese Grundlagen entstehen nicht in wenigen Tagen, sondern über längere Zeit.
Was gehört in die Schultasche?
Trotz Digitalisierung bleiben klassische Materialien notwendig: Bleistifte, Anspitzer, Füller und später Kugelschreiber. Schulhefte müssen ebenfalls besorgt werden. Viele Schulen bieten an, Schulbücher kostenlos auszuleihen.
Ganztagsbetreuung startet an Grundschulen
Ab dem Schuljahr 2026/27 führt das Land die Ganztagsbetreuung an Grundschulen ein. Der Rechtsanspruch gilt zunächst für die erste Klasse und wird jährlich erweitert. 2029 soll das Angebot alle vier Grundschuljahre umfassen. Insgesamt stehen dann 40 Wochenstunden Betreuung zur Verfügung, auch in den Ferien. Eltern können zusätzlich bis zu 50 Stunden pro Woche beantragen, um berufstätige Familien stärker zu entlasten.
Lehrkräftemangel bleibt Herausforderung
Im vergangenen Jahr arbeiten rund 12.000 Lehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen. Viele stemmen den Unterricht durch Überstunden, dennoch fallen knapp drei Prozent der Stunden aus. Bildungsministerin Oldenburg hatte im Frühjahr den Lehrkräftemangel eingeräumt. Ob zum Schuljahreswechsel neue Lehrkräfte eingestellt wurden, ist bislang nicht bekannt. Langfristig soll ein reformiertes Ausbildungsprogramm helfen. Mehr frühe Praktika sollen das Lehramtsstudium attraktiver machen.
Neue Regeln für die Versetzung
Die Versetzung aus der Schuleingangsphase können Eltern künftig nicht mehr allein entscheiden. Die Entscheidung erfolgt gemeinsam mit Lehrkräften und Schulleitung. Neu ist auch der Umgang mit dem Notenausgleich: Mangelhafte Leistungen in Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache können nicht mehr durch bessere Noten in anderen Fächern ausgeglichen werden. Das betrifft die Versetzung an Gymnasien und in die zehnte Klasse der Regionalschulen.
Umgang mit Handys
Die Schulen entscheiden selbst über die Nutzung digitaler Geräte. Die Landesregierung empfiehlt, private Handys bis zur neunten Klasse zu Hause zu lassen. Smartphones sollen weder im Unterricht noch in Pausen oder bei schulischen Veranstaltungen genutzt werden. In Ausnahmefällen können Lehrkräfte den Einsatz erlauben. Für die Klassen zehn bis zwölf sollen Schulen feste Regeln und Nutzungszeiten vorgeben.