Zum Abschluss ihres Landtagswahlkampfs tritt die AfD am Samstag in Schwerin demonstrativ selbstbewusst auf. Vor laut Polizei mindestens 1.000 Anhängern erklärt Ulrich Siegmund, Wahlsieger aus Sachsen‑Anhalt, dass ein ähnlicher Erfolg auch in Mecklenburg‑Vorpommern möglich sei. Sachsen‑Anhalt und Mecklenburg‑Vorpommern seien erst der Anfang, sagt er. Im Osten gehe die Sonne auf, aber sie werde über ganz Deutschland scheinen.
Gegenprotest in Hörweite – Lage bleibt friedlich
In unmittelbarer Nähe formiert sich lautstarker Gegenprotest. Rund 350 Gegendemonstranten versammeln sich auf dem Markt. Die Polizei trennt beide Lager mit starken Kräften. Die Lage bleibt zunächst ruhig, Zwischenfälle werden nicht gemeldet.
AfD sieht sich bei knapp 40 Prozent
Siegmund verweist auf die jüngsten Umfragen, die die AfD in Mecklenburg‑Vorpommern bei knapp 40 Prozent sehen würden. Das seien Ergebnisse, von denen andere Parteien nur träumen könnten. Ehemalige Volksparteien müssten inzwischen um den Einzug in den Landtag kämpfen.
Nach dem aktuellen ZDF‑Politbarometer liegt die AfD bei 36 Prozent, einen Punkt hinter der SPD. Die Linke erreicht 9 Prozent, die CDU 6, die Grünen 5 und das BSW 4 Prozent.
Holm fordert „blaue Wende“ und Denkzettel für Berlin
AfD‑Spitzenkandidat Leif‑Erik Holm ruft die Menge dazu auf, am Sonntag beide Stimmen der AfD zu geben. 28 Jahre SPD‑Regierung im Nordosten seien genug, erklärt er. Die Wahl sei zugleich ein Denkzettel für die schwarz‑rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil. Diese Regierung müsse weg, so Holm.
Hohe Spannung vor dem Wahlsonntag
Am Sonntag sind rund 1,3 Millionen Bürger in Mecklenburg‑Vorpommern stimmberechtigt. Erstmals dürfen auch 16‑ und 17‑Jährige wählen. Da die SPD in den letzten Tagen leicht an der AfD vorbeigezogen ist, deutet vieles auf ein Kopf‑an‑Kopf‑Rennen hin. Beobachter rechnen mit einer hohen Wahlbeteiligung.