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Grundwasser in MV unter Druck: An mehr als der Hälfte der untersuchten Messstellen sinken die Pegel

Mecklenburg-Vorpommern verfügt derzeit über ausreichende Trinkwasserressourcen. Doch die langfristige Entwicklung bereitet zunehmend Sorgen: An 68 von 134 über längere Zeit untersuchten Grundwassermessstellen werden sinkende oder stark sinkende Wasserstände registriert. Das Land will deshalb seine Wasservorräte besser schützen und die Versorgung langfristig sichern.

Die Herausforderungen durch Trockenperioden, Klimawandel und einen steigenden Wasserbedarf stehen im Mittelpunkt einer Fachtagung zu Wasser und Abwasser in Güstrow. Das Umweltministerium ist dort durch Abteilungsleiterin Renate Brügge vertreten.

Rund 85 Prozent des Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser

Die öffentliche Trinkwasserversorgung in Mecklenburg-Vorpommern stützt sich überwiegend auf Grundwasser. Rund 85 Prozent des Trinkwassers werden aus unterirdischen Vorkommen gewonnen. Nach Angaben des Umweltministeriums sind 99,8 Prozent der Bevölkerung an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen.

Die Versorgung gilt damit grundsätzlich als gesichert. Allerdings verändern längere Trockenphasen und die Folgen des Klimawandels den Wasserhaushalt. Gleichzeitig benötigen Landwirtschaft, Industrie und private Haushalte Wasser. Hinzu kommen Belastungen durch Nährstoffe und andere Schadstoffe, die sich auf die Qualität des Grundwassers auswirken können.

„Noch verfügen wir in Mecklenburg-Vorpommern über ausreichende Ressourcen. Doch der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt bereits heute. Wir müssen deshalb vorsorgen, bevor Engpässe entstehen“, erklärt Umweltminister Till Backhaus.

Land will Grundwasservorräte besser überwachen

Um die Entwicklung genauer beurteilen zu können, setzt Mecklenburg-Vorpommern auf ein umfangreiches Messnetz. An 425 Messstellen wird die Grundwasserqualität untersucht. Weitere 711 Messstellen dienen der Erfassung der Wasserstände. Die Daten sollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen über die Nutzung vorhandener Ressourcen zu treffen.

Geplant ist außerdem eine digitale Grundwasserressourcenkarte. Sie soll künftig zeigen, in welchen Gebieten zusätzliche Wasserentnahmen möglich sind und wo die vorhandenen Vorräte besonders geschützt werden müssen. Grundlage dafür sind unter anderem die Wasserstrategie des Landes, die Klimaanpassungsstrategie 2026 und der Grundsatzplan Wasserversorgung 2040.

Mehr Wasser soll in der Landschaft bleiben

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem natürlichen Wasserrückhalt. Ziel ist es, Niederschläge möglichst lange in der Landschaft zu halten, damit Wasser versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen kann. Solche Maßnahmen sollen die Auswirkungen längerer Trockenperioden abmildern. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, die Folgen von Starkregen zu begrenzen.

Besonders wertvolle Grundwasservorkommen sollen langfristig gesichert werden. Dabei muss das Land unterschiedliche Interessen berücksichtigen, etwa die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und den Wasserbedarf von Landwirtschaft und Wirtschaft.

Starkregen stellt auch Kläranlagen vor Herausforderungen

Neben der Trinkwasserversorgung beschäftigt sich die Fachtagung mit der Abwasserentsorgung. In Mecklenburg-Vorpommern reinigen mehr als 580 kommunale Kläranlagen das anfallende Abwasser. Häufigere Starkregenereignisse können die Anlagen und die angeschlossenen Kanalnetze jedoch stärker belasten.

Gleichzeitig entstehen durch neue Technologien zusätzliche Möglichkeiten, Abwasser wirtschaftlicher zu behandeln und beispielsweise Energie daraus zu gewinnen. Nach Auffassung des Umweltministeriums sind deshalb Investitionen in moderne Anlagen und eine langfristige Planung der kommunalen Wasserwirtschaft erforderlich.

Versorgung sichern, bevor Engpässe entstehen

Trotz der sinkenden Grundwasserstände an zahlreichen Messstellen sieht das Land derzeit keine grundsätzliche Gefährdung der Trinkwasserversorgung. Die langfristigen Entwicklungen zeigen nach Einschätzung des Ministeriums jedoch, dass vorhandene Ressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Mit einem besseren Schutz der Grundwasservorkommen, zusätzlichen Daten und Maßnahmen zum Wasserrückhalt will Mecklenburg-Vorpommern verhindern, dass aus den heutigen Belastungen künftig Versorgungsprobleme entstehen.

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