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Polizei in MV sucht verstärkt IT‑Spezialisten für Kampf gegen Cyberkriminalität

Die Polizei in Mecklenburg‑Vorpommern reagiert auf die stark zunehmende Cyber‑ und Internetkriminalität und wirbt verstärkt um externe IT‑Fachkräfte. Große Teile der Kriminalität verschieben sich immer weiter in den digitalen Raum, betonte Rostocks Polizeipräsidentin Anja Hamann. Ihr Neubrandenburger Amtskollege Heiko Tesch sprach von der Notwendigkeit einer digitalen Waffengleichheit: Die Täter agierten ohne gesetzliche Grenzen, während die Polizei rechtliche Vorgaben einhalten müsse.

Bedarf an Expertise und moderner Technik

Um mit der kriminellen Kreativität Schritt zu halten, brauche die Polizei die besten Köpfe und die beste Technik, so Tesch. Die digitale Kompetenz müsse bei allen Polizeibeamten weiter ausgebaut werden, gleichzeitig seien externe Spezialisten unverzichtbar. Hamann machte deutlich, dass die Polizei mit Gehältern der freien Wirtschaft nicht konkurrieren könne, aber sichere Rahmenbedingungen und sinnstiftende Aufgaben biete. Gesucht würden Menschen, die Überzeugung mitbringen und als Cyberjägerinnen und Cyberjäger arbeiten wollen.

Nachwuchsgewinnung und neue Wege

Tesch kündigte an, verstärkt auf Studierende zuzugehen und Hospitanzen sowie Praktika anzubieten. Für junge IT‑Fachkräfte stehe der Beamtenstatus nicht im Vordergrund; viele seien sich ihres Marktwertes bewusst. Die Polizei müsse daher neue Wege gehen, Bachelor‑ und Masterarbeiten begleiten und akzeptieren, dass Fachkräfte nach einigen Jahren weiterziehen könnten. Diese Kultur sei für die Polizei neu.

Massendaten als zentrale Herausforderung

Ein Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit ist der Umgang mit Massendaten. Ein Tatort sei längst zu einem Smartort geworden, so Tesch. Mobilfunkdaten, Routerinformationen, Kameraaufnahmen oder Smart‑Home‑Geräte lieferten eine Vielzahl digitaler Spuren, die ausgewertet werden müssten. Dafür brauche es spezialisierte Tools und Expertinnen und Experten. Die Polizei befinde sich in einer umfassenden digitalen Transformation.

IT‑Sicherheit und verzögerte Smartphone‑Ausstattung

Hamann ging zudem auf die ausstehende Neuausrüstung der Landespolizei mit Dienst‑Smartphones ein. Nach einem Hackerangriff vor über einem Jahr verzögert sich die Einführung weiterhin. Das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand‑ und Katastrophenschutz arbeite mit Hochdruck an einer sicheren Lösung. Die Absicherung der Systeme habe Vorrang. Diensthandys würden zurückkehren, sobald die IT‑Sicherheit gewährleistet sei.

Zwei Polizeipräsidien im Land

In Mecklenburg‑Vorpommern gibt es zwei Polizeipräsidien: – das Präsidium Neubrandenburg mit rund 2.000 Mitarbeitenden für die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern‑Greifswald und Vorpommern‑Rügen (rund 700.000 Einwohner), – das Präsidium Rostock mit rund 2.200 Mitarbeitenden für Ludwigslust‑Parchim, Nordwestmecklenburg, Rostock sowie die Städte Rostock und Schwerin (fast 900.000 Einwohner).

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