Der Buckelwal hat die Nacht erneut im flachen Wasser der Bucht vor der Insel Poel verbracht – und sitzt weiterhin fest. Das bestätigten am Mittwochmorgen das Landwirtschaftsministerium, Greenpeace, Sea Shepherd, das Deutsche Meeresmuseum und das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW).
Die Lage bleibt kritisch: Die Liegeposition des Tieres gilt als ungünstig, das Wasser ist sehr flach, und die verwinkelte Bucht erschwert jede natürliche Bewegung in Richtung tieferer Bereiche.
Hoffnung auf erneute Selbstbefreiung
Trotz der schlechten Ausgangslage betonen Umweltminister Till Backhaus und Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace, dass der Wal sich selbst wieder freischwimmen könne – sofern er genug Kraft hat. „Der Wal hat sich gestern von sich aus befreit“, sagte Backhaus. „Er muss selbst entscheiden, wann er wieder losschwimmt.“ Maack ergänzte, dass der Wal Ruhe brauche, um Energie zu sammeln. Der Zustand zeige jedoch, wie geschwächt Timmy weiterhin sei.
Prognose bleibt schlecht
Am Abend hatten die beteiligten Organisationen eine ernüchternde Einschätzung abgegeben: „Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut.“ Die Kombination aus flachem Wasser, ungünstiger Position und der komplexen Buchtstruktur mache es dem Wal schwer, den Weg zurück in die Ostsee – und später in den Atlantik – zu finden. Trotzdem wollen die Einsatzkräfte die Hoffnung nicht aufgeben.
Expertenteam seit dem Morgen auf dem Wasser
Mit dem ersten Licht des Tages ist ein Expertenteam erneut ausgerückt. Dichter Nebel erschwerte zunächst die Sicht, doch die Wasserschutzpolizei konnte Timmy bereits erreichen. „Er atmet und zeigt Bewegungen“, sagte Claus Tantzen vom Landwirtschaftsministerium. Die Lage bleibe jedoch unverändert problematisch. Greenpeace bereitet sich ebenfalls darauf vor, hinauszufahren und den Wal zu begutachten.
Wie es heute weitergeht
Sobald die Sichtverhältnisse stabil sind, wollen die Fachleute den Wal erneut genau untersuchen und entscheiden, welche Schritte möglich sind. Ein aktiver Eingriff bleibt ausgeschlossen – zu riskant für Mensch und Tier.