Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal lebt weiterhin, befindet sich aber in einem unverändert schlechten Gesundheitszustand. Das teilte das Umweltministerium mit. Auf einem Livestream ist zu erkennen, dass der Wal regelmäßig Luft ausstößt.
Ruhige Nacht nach Zwischenfällen am Montag
In der Nacht gab es nach Angaben des Ministeriums keine weiteren Störungen. Am Montagabend hatten rund 50 Demonstrierende versucht, sich dem Wal zu nähern und waren teilweise in den abgesperrten Bereich eingedrungen. Die Polizei hat die Zugänge zur Bucht weiterhin weiträumig abgesperrt, um das Tier und die Einsatzkräfte zu schützen.
Warnung vor falschen Spendenaufrufen
Das Umweltministerium warnt erneut vor irreführenden Spendenkampagnen in sozialen Netzwerken. Betrüger sollen versucht haben, die Betroffenheit über das Schicksal des Wals auszunutzen. Umweltminister Till Backhaus betonte, dass sein Haus keinerlei Spendenaufrufe gestartet habe und rief dazu auf, verdächtige Inhalte der Polizei zu melden und keine Zahlungen an unbekannte Organisationen zu leisten.
Gesundheitszustand bleibt schlecht
Der Buckelwal liegt seit dem 31. März in der Wismarbucht. Aktive Rettungsversuche wurden bereits am 1. April eingestellt, nachdem Experten den Gesundheitszustand des Tieres als hoffnungslos eingestuft hatten. Am Wochenende war versucht worden, den Wal mit Walgesängen zu animieren, sich selbst zu befreien – ohne Erfolg. Private Initiativen bemühen sich weiterhin um Rettungsmaßnahmen, sind jedoch bislang vor dem Schweriner Verwaltungsgericht gescheitert. Drei Eilverfahren waren am Montagnachmittag noch anhängig.
Bundespräsident Steinmeier lässt sich informieren
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier interessiert sich für den Fall. Im Rahmen eines bereits geplanten Besuchs im Ozeaneum Stralsund will er sich am Donnerstag mit Fachleuten über die Lage des gestrandeten Wals austauschen. Steinmeier verlegt in dieser Woche Teile seiner Amtsgeschäfte nach Stralsund und besucht mehrere Einrichtungen der Region.
Das Ozeaneum gehört zur Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Expertinnen und Experten eng in die Bewertung der Situation eingebunden sind.