Mit der Forderung nach einem Nachbarschaftsbonus für Menschen in der Umgebung von Wind- und Solarparks sind die Grünen in die heiße Wahlkampfphase gestartet. Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl stellte Spitzenkandidatin Claudia Müller die Kernforderungen ihrer Partei bei einer Veranstaltung in Stäbelow im Landkreis Rostock vor.
„Wer Windräder oder Solarpaneele vor der Haustür hat, soll weniger für Strom bezahlen“, sagte die Bundestagsabgeordnete. „Wind spart Kohle.“ In Stäbelow könnten 70 Prozent der Haushalte von dem Nachbarschaftsbonus profitieren. „Für einen Drei-Personen-Haushalt wären das rund 300 Euro im Jahr“, sagte sie.
Grüne wollen in Regierungsverantwortung
Von dem Bonus sollen nach den Plänen der Grünen Haushalte profitieren, die weniger als 2.000 Meter von einem Windpark oder weniger als 500 Meter von einem Solarpark entfernt liegen. Ihnen sollen die Netzentgelte erlassen werden.
Als Ziel für die Landtagswahl am 20. September haben die Grünen eine Regierungsbeteiligung ausgegeben. Dabei gehe es auch darum, die AfD in der Staatskanzlei zu verhindern, hatte Müller beim Programmparteitag im Juni in Stralsund gesagt.
Bei der Landtagswahl 2021 waren die Grünen auf 6,3 Prozent der Stimmen gekommen. Bei Umfragewerten von knappen fünf Prozent müssen sie derzeit um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.