Im Rahmen des Naturschutzprojektes HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden setzt sich der BUND Mecklenburg-Vorpommern intensiv für den Schutz der Küstengewässer ein.
Die Kegelrobbe, das größte Raubtier Deutschlands, steht dabei symbolisch für diesen bedrohten Lebensraum. Nachdem die Tiere über viele Jahrzehnte aus der Mecklenburger Bucht verschwunden waren, kehren sie inzwischen vermehrt in ihr angestammtes Revier zurück. Diese positive Entwicklung führt jedoch auch zu Konflikten, da insbesondere junge Robben am Strand ungestörte Liegeplätze benötigen.
Viele Einheimische und Touristen wissen nicht, wie sie sich bei einer Begegnung richtig verhalten, weshalb der Verband großen Wert auf Aufklärung legt.
Kunst im öffentlichen Raum als Signal für den Meeresschutz
Um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen, wurden im gesamten Projektgebiet vier markante Robben-Skulpturen angefertigt. Das jüngste Exemplar, eine bronzene Statue der Wismarer Künstlerin Anna Napp, zeigt zwei verschlungene Robben und wurde feierlich in der Marina Hohen Wieschendorf eingeweiht.
Bei der Enthüllung betonten der Bürgermeister der Gemeinde Hohenkirchen, Jan van Leeuwen, sowie André Konsolke aus dem Schweriner Umweltministerium die Bedeutung konsequenter Meeresschutzmaßnahmen. Das Ministerium unterstützt das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt finanziell und engagiert sich parallel durch das Bergen von Geisternetzen sowie das Sichern wertvoller Natura‑2000‑Gebiete in der Ostsee.
Ökologische Bedeutung der Wismarbucht
Die ökologische Relevanz der Wismarbucht wurde von Ranger Dirk Brenning hervorgehoben. Auf der Sandbank Lieps vor Boltenhagen ruhen sich im Frühjahr während des Fellwechsels bereits über zweihundert Kegelrobben aus. Neben den Meeressäugern bietet die Region zahlreichen Seevögeln wie Sturmmöwen, Eiderenten und Brandgänsen einen wichtigen Lebensraum.
Für ein intaktes Ökosystem sorgt auch der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V., der als Projektkoordinator den Verein Langenwerder beim Schutz der dortigen Vogelschutzinseln unterstützt. Schafe und Ziegen werden dort als natürliche Landschaftspfleger eingesetzt, um optimale Bedingungen für Bodenbrüter zu schaffen.
Vier Skulpturen entlang der Küste informieren Strandgäste
Neben dem neuen Bronze-Kunstwerk in Hohen Wieschendorf stehen drei weitere Skulpturen entlang der Küste von Lübeck bis Rerik. Eine lebensgroße Holzrobbe befindet sich vor der Naturwerkstatt Priwall in Lübeck, eine zweite Holzfigur auf dem Campingplatz HaffCamp in Boiensdorf.
Das Quartett wird bald durch eine vier Tonnen schwere Granit-Robbe ergänzt, die am Gollwitzer Strand auf der Insel Poel ihren Platz finden soll. Alle Standorte sind mit Infotafeln ausgestattet, die konkrete Hinweise zum richtigen Verhalten bei Robbensichtungen geben und das ehrenamtliche Robbennetzwerk in den Gemeinden weiter stärken.