Mecklenburg‑Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) drängt auf deutlich härtere Regeln für soziale Netzwerke. „Cybermobbing, Gewalt, sexualisierte Inhalte und KI‑Fälschungen gehen nicht spurlos an Kindern vorbei“, sagte sie in einem Gespräch. Plattformen würden mit suchtverstärkenden Algorithmen viel Geld verdienen, aber zu wenig für den Kinder‑ und Jugendschutz tun.
Schwesig fordert daher staatliche Eingriffe – auch mit Blick auf mögliche Folgen wie verzögerte Sprachentwicklung oder psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Sollten Plattformen sich nicht an Vorgaben halten, müsse nach ihren Worten auch über Sperrungen gesprochen werden.
Schülervertretungen: Mehr Bildung statt Verbote
Während die Landesregierung über strengere Regeln diskutiert, setzen Schülervertreter in Mecklenburg‑Vorpommern andere Schwerpunkte. Sie sprechen sich für bessere Angebote zur Medienkompetenz aus. Aus ihrer Sicht brauche es vor allem Aufklärung, Orientierung und praktische Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Inhalten – nicht nur neue Verbote.
Zwei Perspektiven auf denselben Schutzauftrag
Beide Seiten eint das Ziel, Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Die Wege dorthin unterscheiden sich jedoch: Schwesig fordert verbindliche Regeln und notfalls harte Eingriffe in die Plattformstrukturen. Schülervertreter betonen die Bedeutung von Bildung, Prävention und digitaler Selbstständigkeit.
Wie die Debatte weitergeht, dürfte auch bundespolitisch relevant bleiben – nicht zuletzt, weil Fragen rund um Social‑Media‑Regulierung, Jugendschutz und KI‑Inhalte derzeit in vielen Ländern intensiv diskutiert werden.