Die Diskussion über eine mögliche Altersgrenze von 14 Jahren für Social‑Media‑Plattformen löst in Mecklenburg‑Vorpommern spürbare Reaktionen aus. Während die Politik über strengere Regeln nachdenkt, melden sich viele Jugendliche zu Wort – und machen deutlich, dass sie sich in der Debatte bislang kaum berücksichtigt fühlen. Für sie geht es nicht nur um Apps, sondern um Teilhabe, Alltag und Selbstbestimmung.
Jugendliche nutzen Social Media längst selbstverständlich
Gespräche in Schulen und Jugendtreffs zeigen, wie fest Instagram, TikTok oder Snapchat im Alltag verankert sind. Viele Jugendliche nutzen die Plattformen, um Freundschaften zu pflegen, sich zu informieren oder kreativ zu sein. Die Vorstellung, erst ab 14 Jahren offiziell Zugang zu haben, wirkt für viele wie ein Rückschritt. Einige berichten, dass sie Social Media bereits mit zehn oder elf Jahren genutzt haben – teils mit Zustimmung der Eltern, teils heimlich. Ein Verbot würde diese Praxis nach Einschätzung vieler eher in inoffizielle Räume verschieben.
Risiken sind bekannt – Wunsch nach Aufklärung statt Verbot
Gleichzeitig benennen Jugendliche klar die Schattenseiten: problematische Inhalte, Druck durch Likes, unangenehme Nachrichten. Doch statt eines pauschalen Verbots wünschen sie sich mehr Aufklärung, mehr Begleitung und mehr digitale Kompetenz – in Schule, Familie und durch die Plattformen selbst. Viele betonen, dass sie nicht bevormundet werden wollen, sondern ernst genommen. Sie wollen mitreden, wenn Regeln entstehen, die ihren Alltag betreffen.
Jugendarbeit warnt vor Verbot ohne Alternativen
Fachkräfte aus der Jugendarbeit mahnen, die Debatte nicht auf eine Altersgrenze zu reduzieren. Digitale Räume seien für junge Menschen essenziell – gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg‑Vorpommern, in dem Freizeitangebote oft weit auseinanderliegen. Ein Verbot ohne Alternativen könnte Jugendliche eher isolieren als schützen. Gleichzeitig fordern sie klare Vorgaben für Plattformen, mehr Verantwortung der Anbieter und bessere Strukturen für digitale Bildung.
Wie geht es weiter?
Die politische Diskussion wird in den kommenden Monaten weitergeführt. Für viele Jugendliche in Mecklenburg‑Vorpommern steht dabei nicht nur die Frage im Raum, ob sie Social Media nutzen dürfen, sondern wie sie es sicher, selbstbestimmt und kompetent tun können. Entscheidend wird sein, ob ihre Stimmen gehört werden – und ob Politik und Gesellschaft Wege finden, Schutz und Teilhabe sinnvoll zu verbinden.