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Timmy wird erneut freigespült – Helfer kämpfen gegen Sand, Zeit und sinkende Pegel

Vor der Insel Poel gehen die Arbeiten am gestrandeten Buckelwal Timmy am Mittwochmittag weiter. Das Team versucht erneut, Sand unter dem Tier zu entfernen, um ihm mehr Auftrieb zu verschaffen. Mit Rohren und einem Bagger wird die künstliche Kuhle erweitert, in der der Wal seit Tagen festliegt.

Unklare Maßnahmen: Boje statt Sandsäcke

Am frühen Nachmittag war zu sehen, wie Helfer eine Boje unmittelbar vor dem Wal platzierten. Welche Funktion sie erfüllen soll, blieb zunächst offen. Am Vortag war von der sogenannten Big‑Bag‑Methode die Rede gewesen, bei der mehrere große Sandsäcke wie ein stützendes Korsett hinter dem Wal aufgebaut werden sollten, um ihn daran zu hindern, weiter in die Flachwasserzone zu rutschen. Sichtbar umgesetzt wurde diese Methode bislang nicht.

Der Biologe Fabian Ritter beschrieb Timmy am Mittag als apathisch und gequält. Der Wal strecke und krümme sich, was Ritter als mögliches Schmerzverhalten deutet. In der Sondersendung betonte er, dass die Lage des Tieres weiterhin kritisch sei.

Appell: „Finger weg vom Wal“

Ritter sprach sich erneut deutlich gegen weitere Eingriffe aus. Aus seiner Sicht sollte der Wal in Ruhe gelassen werden. Er verwies darauf, dass Timmy sich bereits zum fünften Mal bewusst in eine Position manövriert habe, die ihm das Atmen erleichtert. In dieser Lage müsse er nicht aktiv an die Oberfläche kommen, was bei Schmerzen entlastend wirken könne.

Dass Timmy trotz der Belastungen noch lebt, habe viele Fachleute überrascht, sagte Ritter. Die Hautprobleme und der Druck auf die inneren Organe seien erheblich. Insgesamt schätzt der Biologe die Überlebenschancen weiterhin als gering ein.

Blick aus der Luft zeigt Ausmaß der Aktion

Eine Überflugaufnahme am Mittag machte das gesamte Ausmaß der Rettungsarbeiten sichtbar. Aus der Luft wird deutlich, wie groß die Einsatzfläche rund um den Wal inzwischen ist und wie viele Helfer beteiligt sind. Auch am frühen Nachmittag waren Helfer weiterhin bei Timmy im Einsatz. Sie bewässerten das Tier und trugen Sand ab, um die Kuhle stabil zu halten und den Druck auf den Körper zu reduzieren.

Teamkonflikte belasten die Aktion

Parallel zu den Arbeiten gehen die internen Auseinandersetzungen weiter. Ehemalige und aktuelle Teammitglieder beschuldigen sich gegenseitig, am Montag falsch gehandelt zu haben. Die frühere Teamtierärztin Jenna Wallace hatte scharfe Kritik an Sergio Bambarén geäußert. Dieser wies die Vorwürfe zurück.

Bambarén erklärte, Timmy sei während des Befreiungsversuchs am Montag in Panik geraten und in die falsche Richtung geschwommen. Dabei sei er mit einem Boot zusammengestoßen, das ihn eigentlich führen sollte. Die erneute Strandung sei dadurch ausgelöst worden.

Wie es weitergeht, bleibt offen

Das weitere Vorgehen ist unklar. Das Team will sich erneut beraten. Timmy solle sich zunächst von den Strapazen erholen. Danach könnte der ursprünglich geplante Versuch, ihn mit einem Schlepper in Richtung Atlantik zu bringen, wieder auf den Tisch kommen. Bambarén bezeichnete die aktuelle Lage des Wals als „sichere Position“, da der Großteil seines Körpers mit Wasser bedeckt sei und die Kuhle ihn entlaste. Bambarén äußerte sich am Mittag optimistisch. Timmy sei ein Kämpfer, sagte er, und habe aus seiner Sicht eine Chance von fünfzig Prozent, zu überleben.

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