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Verletzungen schon vor dem Start: Protokoll zeigt dramatische Stunden vor der Freilassung

Nach wochenlanger Ungewissheit steht fest: Buckelwal „Timmy“ hat die Freilassung Anfang Mai nicht überlebt. Das Whale Sanctuary Project (WSP), Teil der privaten Rettungsinitiative, hat ein detailliertes Protokoll veröffentlicht, das die letzten Stunden an Bord des Transportkahns beschreibt. Demnach entdeckte das Expertenteam bereits am Freitagvormittag (1. Mai) frische Verletzungen am Kopf, an der rechten Schwanzflosse und am Rumpf. Vermutlich hatte sich der Wal nachts an freiliegenden Schrauben verletzt.

Trotz der Wunden drängte das WSP-Team auf eine schnelle Freilassung. Ein Peilsender, eigentlich für Robben konzipiert, wurde notdürftig an der Rückenflosse befestigt. Da „Timmy“ im Lastkahn nicht gedreht werden konnte und die Kommunikation an Bord zunehmend schwierig wurde, wurde die Aktion auf Samstagmorgen verschoben. Gegen den Rat der Experten ließ der Kapitän das Tier über Nacht ohne Aufsicht.

Streit an Bord – Experte verweigert Mitarbeit

Am Samstagmorgen kam es laut Protokoll zu massiven Differenzen zwischen WSP-Experte Jeff Foster und der Schiffscrew. Foster wollte die zuvor vereinbarte Freilassungsmethode anwenden: das Schiff verlangsamen und den Wal manuell Richtung Heck treiben. Die Kapitäne von Schlepper und Lastkahn setzten jedoch auf andere Vorgehensweisen.

Fosters Bitte, sein Team von einem anderen Schiff nachzuholen, wurde abgelehnt. Ein Kapitän soll sogar gedroht haben, sein Mobiltelefon über Bord zu werfen. Foster verweigerte daraufhin die weitere Mitarbeit und forderte mehrfach, die Aktion abzubrechen – ohne Erfolg. Von einem anderen Schiff aus beobachtete er schließlich, wie Leinen am Wal befestigt und gegeneinander gespannt wurden. „Timmy“ sei mit ausgestreckten Brustflossen über Sandsäcke im Kahn gezogen worden. Das WSP spricht von einem „niederschmetternden“ Ablauf.

Die Crew weist die Vorwürfe zurück. Über eine Anwaltskanzlei ließ sie mitteilen, man habe „alles dafür getan“, den Wal schnell und unbeschadet freizulassen.

Peilsender zeigt Tauchgänge – Kadaver später entdeckt

Nach der Freilassung registrierte der Peilsender laut WSP mehrere Tage lang Bewegungen im offenen Meer. „Timmy“ soll bis zu 150 Meter tief getaucht sein. Kurz darauf wurde sein Kadaver vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.

Der Buckelwal war zuvor mehrfach in der Ostsee gestrandet. Fachleute halten es für möglich, dass das geschwächte Tier bewusst die Küste aufgesucht hatte, um in Ruhe zu sterben. Der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen bezeichnete die gesamte Aktion als „Tierquälerei“.

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