In der heutigen Sitzung der Bürgerschaft informierte Bürgermeister Thomas Beyer über mehrere zentrale Vorhaben, die die Entwicklung der Hansestadt in den kommenden Jahren prägen werden. Neben dem Start des Projekts „km² Bildung Wismar“ und der erfolgreichen Förderzusage für die Sanierung des Kurt‑Bürger‑Stadions standen auch das maritime Erbe, die Fairtrade‑Auszeichnung sowie aktuelle Hilfsprojekte und Informationsveranstaltungen im Mittelpunkt.
„km² Bildung Wismar“ stärkt Bildungsnetzwerk in Wendorf
Mit dem Projekt „km² Bildung Wismar“, das am Montag offiziell gestartet wurde, soll die sozialräumliche Schulentwicklung im Stadtteil Wendorf gezielt gefördert werden. Kern des Vorhabens ist die Einrichtung einer Pädagogischen Werkstatt, die künftig als zentrale Koordinationsstelle zwischen Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen fungiert. Die Seeblick‑Grundschule übernimmt dabei eine Schlüsselrolle und verankert die sozialraumorientierte Entwicklung direkt in ihrem Schulprogramm.
Ziel ist es, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in einem herausfordernden Umfeld nachhaltig zu verbessern. Zu den Schwerpunkten gehören Übergänge zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Schule, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Hort, Medienkompetenz, Sprachbildung sowie die Stärkung sozial‑emotionaler Fähigkeiten.
Die Hansestadt Wismar übernimmt als Schulträgerin die Bereitstellung der räumlichen und sächlichen Infrastruktur und beteiligt sich mit bis zu 5.100 Euro jährlich an den Sachkosten des Projekts. Durch die finanzielle Unterstützung von Partnern wie Wobau, WGU, Perspektive und der Sparkassenstiftung reduziert sich der Eigenanteil der Stadt auf rund 1.100 Euro. Das Projekt ist zunächst bis 2029 angelegt und kann bis 2034 verlängert werden.
Bund fördert zweite Sanierungsphase des Kurt‑Bürger‑Stadions
Ein weiterer Schwerpunkt war die erfolgreiche Bewerbung der Hansestadt im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten 2025/2026“. Das Projekt „Sanierung Kurt‑Bürger‑Stadion – 2. Bauabschnitt“ wurde aus bundesweit 3.600 Interessenbekundungen ausgewählt. Bei einem Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro erhält Wismar eine Förderung von 75 Prozent, insgesamt 5.625.000 Euro.
Geplant ist eine umfassende Modernisierung des Stadions. Im Mittelpunkt stehen die Sanierung der Tribüne, des Kassenhauses 1 sowie der Außenanlagen. Besonderes Augenmerk liegt auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit. Zudem sollen denkmalgeschützte Bestandteile langfristig gesichert und neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Maritimes Erbe: Prüfung zum Umgang mit der Poeler Kogge
Zum Projekt „Maritimes Erbe Wismar“ informierte die Verwaltung über den aktuellen Stand im Zusammenhang mit dem Förderverein Poeler Kogge. Der komplexe Sachverhalt wurde mit dem Fördermittelgeber erörtert, der nun eine interne Prüfung des Sonderfalls vornimmt. Ziel ist es, den Förderantrag unabhängig vom Verein Poeler Kogge fortzuführen und die Zusammenarbeit mit den Vereinen der „Atalanta“ und der „Marlen“ sicherzustellen.
Der Förderverein Poeler Kogge hat inzwischen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Eine Unterstützung durch die Hansestadt ist daher ausgeschlossen. Der weitere Verlauf hängt vom vorläufigen Insolvenzverwalter ab.
Wismar erhält den Titel „Fairtrade‑Stadt“
Die Hansestadt Wismar hat erfolgreich den Titel „Fairtrade‑Stadt“ erlangt. Eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe hatte seit dem Beschluss der Bürgerschaft im März 2025 daran gearbeitet, die fünf erforderlichen Kriterien zu erfüllen. Zahlreiche gastronomische Betriebe, Einzelhändler, Schulen, kirchliche Einrichtungen und Cafés beteiligen sich inzwischen am fairen Handel.
Die Bewerbung wurde Anfang Januar eingereicht und vor wenigen Tagen bestätigt. Die feierliche Übergabe der Auszeichnung wird derzeit terminiert. Die Stadtverwaltung kündigte an, das Engagement für fairen Handel weiterhin aktiv zu unterstützen.
Informationsveranstaltungen zu Verkehr und Wärmeplanung
Nach der gut besuchten Informationsveranstaltung zur Verkehrsentwicklungsplanung kündigte die Verwaltung eine weitere Veranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung an. Sie findet am 19. Mai im Zeughaus statt und richtet sich an Mitglieder der Bürgerschaft sowie sachkundige Einwohnerinnen und Einwohner. Die Ergebnisse sollen anschließend in eine Beschlussvorlage einfließen.