Heute Vormittag hat die Grüne Woche in Berlin ihre Tore geöffnet – exakt 100 Jahre nach ihrer Premiere im Jahr 1926. Was einst als landwirtschaftliche Ausstellung begann, ist heute die internationale Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Sie gilt als zentraler Treffpunkt für Wirtschaft, Politik und Fachwelt und zieht zugleich ein breites Publikum an, das sich für kulinarische Vielfalt, moderne Landwirtschaft, technische Innovationen und neue Ernährungstrends interessiert.
Im Jubiläumsjahr präsentieren rund 1.600 Aussteller aus mehr als 50 Ländern ihre Produkte und Ideen. Die Messefläche wurde erweitert, die Beteiligung der Bundesländer ist größer als in den Vorjahren, und die internationale Präsenz ist so stark wie selten zuvor. Partnerland ist in diesem Jahr Mecklenburg‑Vorpommern, das sich bereits zum 25. Mal mit einer eigenen Halle vorstellt.
„Ein Blick in die Welt“ – Bedeutung der Messe
„Seit 100 Jahren begleitet und gestaltet die Grüne Woche den Wandel von Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau“, sagt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH. Die Messe bringe Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen und schaffe Raum für Austausch, Innovation und Dialog. Gleichzeitig bleibe sie ein kulinarisches Highlight und ein Ort, an dem Besucherinnen und Besucher Geschmäcker aus aller Welt entdecken können.
Politische Bühne und globaler Austausch
Der politische Stellenwert der Messe zeigt sich auch in diesem Jahr deutlich. Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz haben ihren Besuch angekündigt, ebenso zahlreiche Bundesministerinnen und Bundesminister sowie mehrere Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer wird an zahlreichen Terminen teilnehmen. Vom 14. bis 17. Januar diskutieren Expertinnen und Experten beim Global Forum for Food and Agriculture im CityCube Berlin über das Motto „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“. Zur Agrarministerkonferenz am 17. Januar werden rund 70 Landwirtschaftsministerinnen und ‑minister aus aller Welt erwartet.
Mecklenburg‑Vorpommern als Partnerland
Als Partnerland präsentiert sich Mecklenburg‑Vorpommern mit einer eigenen Halle und setzt auf regionale Spezialitäten und innovative Lebensmittelprodukte. Ein besonderes Highlight ist ein eigens für die Messe entwickeltes Glühwein‑Brot. Insgesamt zeigen 13 deutsche Bundesländer ihre kulinarischen Besonderheiten und touristischen Angebote.
Jubiläumsschau, Tierhalle und Innovationen
Das 100‑jährige Bestehen der Messe wird mit einem eigenen Logo und einer Sonderschau in Halle 26a gewürdigt. Dort wird die Entwicklung der Grünen Woche anhand historischer und aktueller Aufnahmen sowie ausgewählter Exponate nachgezeichnet.
Ein Publikumsmagnet bleibt die Tierhalle, in der Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Alpakas präsentiert werden. Die Messe betont den hohen Stellenwert des Tierwohls: Die Tiere verfügen über Rückzugsräume und werden rund um die Uhr von einer Stallcrew sowie Tierärztinnen und Tierärzten betreut.
Auch der Innovationsgeist der Messe zeigt sich deutlich. Bei den Startup‑Days in Halle 27 präsentieren junge Unternehmen aus der Food‑ und Agtech‑Branche ihre Ideen – von KI‑gestützten Lösungen für die Landwirtschaft über Sensorik zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bis hin zu nachhaltigen Verpackungen aus Ananasfaser. Am 21. Januar wird das beste Startup ausgezeichnet.