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Wo mehr mit Blitzern eingenommen wird und wo weniger

Kommunen haben im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern erneut Millionen aus Bußgeldern wegen zu schnellem Fahren oder anderen Verkehrsverstößen eingenommen. Bei einer dpa-Umfrage unter den Landkreisen und kreisfreien Städten im Nordosten ergab sich aber ein ungleiches Bild. Während einige Kommunen mehr Geld einnahmen als im Jahr zuvor, war es bei anderen 2025 weniger. Wie es in den einzelnen Regionen aussieht:

Rostock: In der einwohnerstärksten Stadt im Bundesland wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 6,4 Millionen Euro durch zu schnelles Fahren und Rotlichtverstöße eingenommen, wie die Stadt Rostock mitteilte. Das war deutlich mehr als in früheren Jahren. 2024 etwa waren es den Angaben nach insgesamt nur rund 3,3 Millionen Euro gewesen.

Deutlich mehr Geschwindigkeitsverstöße in Rostock

2025 wurden in Rostock knapp 3.800 Rotlichtverstöße geahndet und fast 95.000 Geschwindigkeitsverstöße. Ein Jahr zuvor waren es mit etwas mehr als 50.000 Geschwindigkeitsverstößen noch deutlich weniger. Der kommunale Ordnungsdienst betreibt im Stadtgebiet derzeit neun stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen, ein mobiles Messfahrzeug sowie einen sogenannten Blitzer-Anhänger. Gründe für die gestiegenen Einnahmen nannte die Stadt zunächst nicht.

Vorpommern-Rügen: Im östlichen Landkreis wurden im vergangenen Jahr rund 5,5 Millionen Euro mit Blitzern eingenommen, rund 33.400 Bußgeldbescheide wurden verhängt. Von 2022 bis 2024 lagen die Einnahmen jeweils höher, dort waren es rund 6,2 bis mehr als 9 Millionen Euro. Im Landkreis Vorpommern-Rügen gibt es nach Angaben einer Sprecherin zwölf feste Blitzeranlagen, hinzukommen mehrere mobile Messgeräte. In diesem Jahr soll eine feste Messstelle auf Rügen wegen veralteter Technik abgebaut werden.

Im November 2021 wurde ein neuer Bußgeldkatalog eingeführt. Damit müssen Verkehrssünder höhere Bußgelder zahlen, wenn sie erwischt werden. Wer beispielsweise innerorts 16 bis 20 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt 70 statt zuvor 35 Euro. Teurer ist es auch für jene geworden, die verbotswidrig auf Geh- und Radwegen parken, unerlaubt auf Schutzstreifen halten oder in zweiter Reihe parken und halten.

Tausende Bußgeldbescheide in Landkreisen

Landkreis Rostock: Dort wurden im vergangenen Jahr knapp 26.500 Bußgeldbescheide wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten verhängt und damit rund 4,4 Millionen Euro eingenommen. Ein Jahr zuvor waren es noch etwa 600 Bußgeldbescheide mehr, die Einnahmen lagen um knapp 200.000 Euro höher. Die Zahl der Blitzer blieb aber unverändert – im Landkreis Rostock gibt es stationäre fünf Geschwindigkeitsmessanlagen und zwei mobile.

ADAC: Autofahrer nicht rücksichtsvoller unterwegs

Zu den Gründen, warum Einnahmen teils gesunken sind, konnte der ADAC keine Einschätzung abgeben. „Dafür kommen zu viele Gründe in Betracht, als dass man mit Sicherheit einen dafür verantwortlich machen kann“, teilte ein Sprecher des ADAC Hansa mit. Ebenfalls könne man nicht feststellen, dass Autofahrerinnen und Autofahrer rücksichtsvoller auf den Straßen unterwegs seien.

Der ADAC appelliert, sich aus Sicherheitsgründen an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. „Am besten ist, gleich einen zeitlichen Puffer mit einzukalkulieren. So ist man viel stressfreier und meist sicherer unterwegs“ teilte der Sprecher mit.

GdP: Verkehrsgeschehen verdichtet sich

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte auf Anfrage mit, dass die teils rückläufigen Einnahmen aus Geschwindigkeitsmessungen nicht automatisch mehr rücksichtsvolleres Fahrverhalten bedeuteten. Die Höhe der Einnahme hänge von vielen Faktoren ab – etwa von der Anzahl und Dauer der Kontrollen oder den konkreten Messorten.

„Grundsätzlich beobachten wir, dass sich das Verkehrsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern weiter verdichtet – insbesondere in touristischen Regionen und auf Pendlerstrecken“, teilte GdP-Landesvorsitzender Christian Schumacher mit. Gleichzeitig stellt die Polizei laut Schumacher nach wie vor erhebliche Geschwindigkeitsverstöße, riskante Überholmanöver, Ablenkung durch mobile Endgeräte sowie zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr fest.

Vorpommern-Greifswald: In diesem Landkreis wurden im vergangenen Jahr nach Angaben eines Sprechers knapp 19.000 Bußgeldbescheide verhängt und knapp drei Millionen Euro eingenommen. Vergleichszahlen für die Vorjahre lagen nicht vor. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gibt es zwölf feste Blitzer, die punktuell durch mobile Geschwindigkeitskontrollen ergänzt werden.

Mehr Einnahmen in Ludwigslust-Parchim

Ludwigslust-Parchim: Ebenfalls gestiegen sind die Einnahmen mit Verkehrsüberwachung im Landkreis Ludwigslust-Parchim – von etwa 6,8 Millionen Euro im Jahr auf 2024 auf rund 9 Millionen Euro im vergangenen Jahr. 2025 wurden mit rund 61.200 auch mehr Bußgeldbescheide verhängt als noch ein Jahr zuvor, als es noch knapp 47.000 waren.

Nordwestmecklenburg: Die Bußgeldstelle des Landkreises hat im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro Einnahmen erzielt – etwa eine halbe Million mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der Bußgeldbescheide stieg im selben Zeitraum um 3.000 auf 25.000. In dem Landkreis gibt es insgesamt acht mobile und feste Blitzer. Diese Zahl hat sich nach Angaben eines Sprechers in jüngster Vergangenheit nicht verändert.

Seenplatte: Rund 500.000 Euro weniger Buß- und Verwarngelder

Mecklenburgische Seenplatte: Die Höhe von Buß- und Verwarngeldern wegen Verkehrsverstößen lag mit rund 5,6 Millionen Euro rund eine halbe Million unter denen des Jahres 2024. Der Sprecher betonte, dass es sich dabei nicht um Einnahmen handle. Die Differenz zwischen dem personellen und technischen Aufwand fließe zurück an das Land.

Die Landeshauptstadt Schwerin teilte mit, dass die Zahlen aus dem vergangenen Jahr noch nicht vorliegen würden.

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