Die Staatsanwaltschaft Rostock hat die Ermittlungen im Fall des getöteten achtjährigen Fabian abgeschlossen und Anklage gegen die seit November 2025 in Untersuchungshaft sitzende Gina H. erhoben. Der 26‑Jährigen wird vor dem Landgericht Rostock heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Das teilte die Behörde am Montag mit.
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen soll die Angeschuldigte den Jungen am Morgen des 10. Oktober 2025 an dessen Wohnanschrift abgeholt und unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt haben. Anschließend soll sie mit ihm zu einem abgelegenen Gelände bei Klein Upahl gefahren sein. Dort, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe sie den Jungen gezielt und allein geplant angegriffen und getötet. Um Spuren zu verwischen, soll sie später versucht haben, den Fundort zu verändern.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Rostock hatten sich über mehrere Monate erstreckt. Zahlreiche Spuren, Gutachten und Vernehmungen flossen in die Bewertung ein. Mit der Anklage sieht die Staatsanwaltschaft nun einen hinreichenden Tatverdacht gegeben – eine Voraussetzung dafür, dass das Landgericht das Hauptverfahren eröffnen kann.
Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest. Das Gericht prüft derzeit die umfangreichen Unterlagen. Sollte es zur Hauptverhandlung kommen, wird der Fall voraussichtlich großes öffentliches Interesse hervorrufen.
Trotz der Anklage gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Erst ein rechtskräftiges Urteil kann klären, ob sich die Vorwürfe bestätigen.