Es wird kein Wunder in der Wismarer Bucht geben. Am Mittwochabend mussten Umweltminister Till Backhaus und das Expertenteam von Greenpeace und dem Meeresmuseum die traurige Nachricht verkünden: Timmy wird sterben. Alle Versuche, den gestrandeten Buckelwal zu retten, wurden offiziell abgebrochen.
Die Entscheidung fiel nach einer Begutachtung des Tieres in der flachen Bucht vor der Insel Poel. Der Wal ist schlichtweg zu schwach und die geografischen Gegebenheiten machen eine Manövrierung unmöglich. Man habe sich nun dazu entschlossen, dem Tier die nötige Ruhe zu geben, damit es in Frieden sterben kann. Experten befürchten jedoch, dass dieser Todeskampf noch Tage andauern könnte.
Ein „Stöhnen wie eine Lok“
Reporter vor Ort berichten von einer bedrückenden Stille in der Bucht, die nur gelegentlich durch Timmys Atemzüge unterbrochen wird. Etwa alle vier Minuten stößt der Wal eine Fontäne aus. Besonders bewegend: Immer wieder sind tiefe, brummende Geräusche hörbar. Zeugen beschreiben es als ein kurzes, stöhnendes Schnaufen, das fast wie eine alte Lokomotive klingt. Es sind die letzten Lebenszeichen eines Kämpfers, der es fast geschafft hätte.
Sperrzone und Gaffer-Alarm
Um dem Wal ein ungestörtes Sterben zu ermöglichen, hat die Wasserschutzpolizei eine 500-Meter-Sperrzone rund um die Fundstelle eingerichtet. Das ist leider auch bitter nötig: Trotz der tragischen Lage versuchen immer wieder Schaulustige, sich dem Tier mit Booten zu nähern. Die Beamten greifen hart durch und verweisen Neugierige konsequent des Gebietes, um weiteren Stress für den Wal zu vermeiden.
Shitstorm gegen Umweltminister Backhaus
Während Timmy in der Bucht liegt, tobt im Netz ein heftiger Streit. Umweltminister Till Backhaus (SPD) sieht sich mit einer massiven Welle der Kritik konfrontiert. Vor allem seine Aussage, der Wal habe es sich „so ausgesucht“, sorgt auf Instagram und per E-Mail für Entsetzen und wütende Kommentare. Sein Sprecher, Claus Tantzen, erklärte dazu, dass der Minister zwar Verständnis für die Emotionen habe, viele Beiträge aber mittlerweile die Grenze zur persönlichen Beleidigung überschritten hätten.
Falsche Todesmeldungen kursieren
Am frühen Abend verbreitete sich im Netz bereits das Gerücht, Timmy sei bereits verendet. Eine Greenpeace-Sprecherin stellte jedoch klar: „Er lebt weiterhin.“ Die Situation bleibt also eine Qual für das Tier und eine Zerreißprobe für alle, die seit Tagen mitgefiebert haben.
Es ist wirklich traurig, dass es so endet. Vor allem, weil es am Dienstagmorgen noch nach einem echten Happy End aussah. Dass die Stimmung jetzt so in Wut gegen die Behörden umschlägt, zeigt nur, wie sehr den Menschen das Schicksal dieses Tieres am Herzen liegt.