Die Diskussion um die Flüchtlingsunterkunft „Haffburg“ im Landkreis Nordwestmecklenburg verschärft sich. In einer Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend in Wismar stand jedoch nicht der Alltag der Bewohner im Fokus, sondern ein brisantes Gutachten, das für erheblichen Unmut bei den Verantwortlichen sorgt.
Kritik an mangelnder Konkretheit
Das Anfang März veröffentlichte Papier wurde vom Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben und listet schwere Missstände auf. Unter anderem ist die Rede von unangekündigten Zimmerkontrollen durch das Personal und einer unzureichenden Betreuung der geflüchteten Menschen.
Im Ausschuss stießen diese Darstellungen auf Unverständnis. Christian Stabingis, Fachdienstleiter für Soziales, kritisierte das Dokument deutlich: Es enthalte keine konkreten Vorwürfe, auf die die Verwaltung gezielt reagieren könne. Die im Gutachten beschriebenen Zustände seien für den Ausschuss schlichtweg nicht nachvollziehbar.
Aussprache statt Lagebericht
Eigentlich sollte die Sitzung dazu dienen, die aktuelle Situation in der „Haffburg“ zu beleuchten. Doch die Debatte über das Gutachten nahm so viel Raum ein, dass der eigentliche Tagesordnungspunkt zur aktuellen Lage in den Hintergrund rückte und letztlich nicht besprochen wurde.
Flüchtlingsrat wird vorgeladen
Um die Differenzen zu klären, hat der Ausschuss nun eine Konsequenz gezogen: Ein Vertreter des Flüchtlingsrates MV soll zur nächsten Sitzung im Juni offiziell eingeladen werden. Dort soll die Organisation Rede und Antwort stehen und begründen, warum das Gutachten in dieser Form beauftragt und veröffentlicht wurde.
Bis dahin bleibt das Verhältnis zwischen der Kreisverwaltung und den Flüchtlingsschützern angespannt – und die Frage offen, wie es um die tatsächlichen Bedingungen in der „Haffburg“ bestellt ist.