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Wettlauf gegen die Zeit: Rettungstrupp kämpft am vierten Tag um „Timmy“

An diesem Sonntag ist die private Rettungsaktion für den vor Poel festliegenden Buckelwal in ihren vierten Tag gegangen. Während die Initiative vor Ort unermüdlich an der Befreiung arbeitet, wächst der Widerstand von Wissenschaftlern und Umweltorganisationen, die das Vorhaben als qualvoll für das Tier kritisieren.

Seit nunmehr 20 Tagen harrt der geschwächte Buckelwal an derselben Stelle in der Kirchsee aus. Die private Initiative um die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert setzt alles daran, das Tier lebend in die Nordsee zu überführen. Am Samstag wurden dafür entscheidende Vorbereitungen getroffen: Helfer näherten sich dem Wal, bedeckten seinen Rücken mit feuchten Tüchern und brachten eine schwimmende Arbeitsplattform in Position. Geplant ist, das Tier mithilfe von Luftkissen anzuheben und auf einer Plane zwischen zwei Pontons zu betten, um es anschließend von einem Schlepper aus der Bucht ziehen zu lassen.

Die „Vor-Ort-Sicht“ gegen wissenschaftliche Skepsis

Das Team der Initiative betont, dass der Wal eine reelle Chance habe. Janine Bahr-van Gemmert wies die Kritik von Fachleuten zurück, die nicht vor Ort waren. Für sie ist das „Dilemma“, den Wal einfach sterben zu lassen, keine Option, da dies in dieser Umgebung keine Ruhe bedeute. Am Samstag wurde sogar versucht, die Barten des Tieres auf Reste eines Geisternetzes zu untersuchen, was jedoch ohne Erfolg blieb. Trotz der Verzögerungen im Zeitplan bleibt das Team entschlossen: „Wir machen das Beste für den Wal.“

Schwere Vorwürfe von Greenpeace und Biologen

Auf der anderen Seite steht ein breites Bündnis aus Wissenschaftlern, Behördenvertretern und Umweltorganisationen wie Greenpeace, die die Aktion mit großer Sorge betrachten. Sie warnen, dass der Wal viel zu schwach für eine Reise in die Nordsee sei. Ein Sprecher von Greenpeace wies darauf hin, dass das Atemmuster des Tieres – ein flacheres „Seufzen“ statt eines kräftigen Ausblasens – auf einen kritischen Gesundheitszustand hindeute. Die Experten befürchten, dass der durch Boote, Taucher und Motoren erzeugte Lärm den Wal zusätzlichem Stress aussetzt und er im schlimmsten Fall in tieferem Wasser einfach ertrinken könnte, da ihm die Kraft zum Schwimmen fehlt.

Ein vorsichtiger Blick auf den Sonntag

Bis zum Samstagabend blieb der Buckelwal weitgehend regungslos, stieß aber weiterhin in regelmäßigen Abständen Wasserfontänen aus. Die Helfer arbeiten nun daran, den Untergrund unter dem Tier wegzuspülen, um die Hebevorrichtung platzieren zu können. Ob der riskante Transport tatsächlich am heutigen Sonntag beginnen kann, lässt die Initiative offen, um den Druck auf das Team nicht weiter zu erhöhen. Fest steht jedoch: Die Region blickt gespalten auf die Bucht vor Poel – zwischen der Hoffnung auf ein Wunder und der Sorge vor einem qualvollen Ende.

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