Am späten Dienstagnachmittag überschlagen sich die Entwicklungen rund um Buckelwal Timmy. Während der Wasserstand weiter sinkt und das Tier zunehmend unter Druck gerät, arbeiten die Helfer ununterbrochen an seiner Seite. Umweltminister Till Backhaus trat am Nachmittag vor die Presse – und überraschte mit einer neuen Information: Timmy trägt jetzt einen Peilsender.
Peilsender soll Orientierung und Überwachung ermöglichen
Backhaus erklärte, der Sender sei angebracht worden, um Timmys Bewegungen künftig besser verfolgen zu können. Die Maßnahme soll helfen, falls der Wal sich erneut freischwimmt oder später in tieferes Wasser gelangt. Für viele Beobachter war diese Nachricht der unerwartete Höhepunkt einer ohnehin turbulenten Pressekonferenz.
Intensive Arbeiten am Wal
Währenddessen geht die Arbeit am Tier weiter. Helfer bedecken Timmy immer wieder mit feuchten Tüchern und bespritzen ihn mit Wasser, um seine Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Eine Pumpe schießt Wasser über seinen Körper, ein Bagger unterstützt weiterhin die Arbeiten im flachen Bereich. Die sinkenden Pegelstände verschärfen die Lage: Je weniger Wasser unter dem Wal steht, desto stärker drückt sein Gewicht auf die inneren Organe.
Neue Tierärztin soll am Abend eintreffen
Für Entlastung im Team soll eine neue Tierärztin sorgen. Kirsten Tönnies, 58, führt eigentlich eine Praxis für Großtiere und behandelt vor allem Schafe, Kühe und Pferde. Sie betonte, viel Erfahrung mit Wildtieren zu haben, wenn auch nicht mit Walen. Medikamente und Injektionen seien für sie kein Problem, sagte sie. Am Abend wird sie auf Poel erwartet – ein wichtiger Schritt, nachdem in den vergangenen Tagen zwei Tierärztinnen das Team verlassen hatten.
Pressekonferenz mit ungewöhnlichen Momenten
Die lang erwartete Pressekonferenz dauerte nur wenige Minuten, bot aber mehrere bemerkenswerte Szenen. Backhaus sprach von einem Wal, dem es „den Umständen entsprechend“ gehe, erwähnte kurzatmige Atemmuster und lobte die DLRG, die inzwischen die Leitungsfunktion übernommen habe. Zwischenzeitlich musste der Minister sogar sein Telefon ausschalten, nachdem er während der laufenden Konferenz einen Anruf entgegengenommen hatte.
Neue Maßnahmen: Sandsäcke als „Korsett“
Backhaus erläuterte zudem die sogenannte „Big‑Bag‑Theorie“. Große Sandsäcke sollen hinter Timmy platziert werden, um zu verhindern, dass er weiter in die flachere Zone rutscht. Die DLRG hatte diese Methode empfohlen, der Minister stimmte sofort zu. Die Sandsäcke sollen wie ein stützendes Korsett wirken und den Wal stabilisieren.
Timmy zeigt Aktivität – und wird erstmals gefüttert
Zwischendurch schlug Timmy heftig mit den Flossen, ein Zeichen dafür, dass er weiterhin reagiert. Erstmals wurde er am Nachmittag gefüttert: 2,5 Kilogramm Makrelen, eine symbolische Menge im Vergleich zu den bis zu einer Tonne Nahrung, die ein Buckelwal normalerweise täglich aufnimmt. Die Entscheidung sei innerhalb von 20 Minuten gefallen, sagte Backhaus.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die nächste Flut wird erst am frühen Mittwochmorgen erwartet. Bis dahin bleibt Timmy im sinkenden Wasser liegen, während Helfer, Behörden und eine wachsende Zahl von Zuschauern auf jede Bewegung achten. Die Situation bleibt angespannt – und jede Stunde zählt.