Das private Einsatzteam zur Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals plant einen neuen Ansatz, um dem Tier den Weg in tieferes Wasser zu ermöglichen. Wie Fred Babbel, Chef des beteiligten Tauchunternehmens, erklärte, soll eine rund 110 Meter lange, zehn Meter breite und etwa zwei Meter tiefe Rinne vom aktuellen Standort des Wals bis in das tiefere Fahrwasser der Kirchsee-Bucht gezogen werden. Für die Arbeiten sei der Einsatz eines zweiten Baggers vorgesehen. Die Maßnahme werde voraussichtlich zwei Tage dauern.
Freigespültes Becken als Zwischenlösung
Der Wal liegt derzeit in einem künstlich freigespülten Becken im Flachwasser. Diese Mulde wurde geschaffen, um das etwa zwölf Tonnen schwere Tier bei sinkenden Wasserständen zu entlasten. Der Wal berührt zwar den Boden, liegt aber nicht vollständig auf. Aus dieser Wanne kann er sich jedoch nicht selbst befreien. Geplant ist daher, zunächst die Rinne in Richtung tieferes Wasser zu ziehen und anschließend eine der Wände des Beckens einzureißen, damit der Wal herausschwimmen kann.
Neues Konzept liegt dem Ministerium vor
Nach Angaben von Babbel wurde Umweltminister Till Backhaus ein neues Rettungskonzept zur Prüfung vorgelegt. Details nannte er zunächst nicht. Aus dem Team hieß es zuvor, dass eine rund 15 Meter breite Barge – ein nicht selbstfahrender Lastkahn – aus dem Hamburger Raum auf dem Weg in die Wismarbucht sei. Die Anfahrt verzögere sich, da das Schiff nur mit etwa fünf Knoten unterwegs sei und den Nord-Ostsee-Kanal passieren müsse.
Tieferes Fahrwasser in Reichweite
Die eigentliche Fahrrinne, die aus der Kirchsee-Bucht in die Wismarbucht führt, ist im Durchschnitt vier bis fünf Meter tief. Sollte es gelingen, die geplante Rinne fertigzustellen und den Wal aus der Mulde zu lösen, könnte er theoretisch in dieses tiefere Wasser gelangen. Ob der Plan umgesetzt wird und ob er Aussicht auf Erfolg hat, bleibt offen.