Das kommunale ÖPNV‑Unternehmen Nahbus in Nordwestmecklenburg rechnet in diesem Jahr mit rund 800.000 Euro Mehrkosten, verursacht durch die stark gestiegenen Dieselpreise. Die Belastung trifft das Unternehmen in einer Phase, in der viele Verkehrsverbünde bundesweit auf alternative Antriebe umstellen.
Entscheidung gegen E‑Busse sorgt für politischen Ärger
Kritiker werfen Nahbus vor, einen Teil des Problems selbst verursacht zu haben. 2024 hatte sich das Unternehmen – trotz in Aussicht stehender Fördermittel – gegen die Anschaffung von zehn Elektrobussen entschieden und stattdessen neue Dieselbusse gekauft. Aus Sicht der Kritiker sei damit eine Chance vertan worden, langfristig Kosten zu senken und den Fuhrpark klimafreundlicher auszurichten.
Mögliche Nachrüstungspflicht könnte Kosten weiter erhöhen
Die Debatte erhält zusätzliche Brisanz, weil Nahbus in den kommenden Jahren möglicherweise doch E‑Busse anschaffen muss, etwa aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben oder kommunaler Klimaziele. Dadurch könnten weitere Investitionskosten entstehen, die über die aktuellen Mehrbelastungen hinausgehen.
Politische Diskussion über strategische Ausrichtung
In den kommunalen Gremien wird nun intensiv darüber diskutiert, ob die damalige Entscheidung wirtschaftlich und verkehrspolitisch sinnvoll war. Befürworter der Dieselstrategie verweisen auf geringere Anschaffungskosten und technische Zuverlässigkeit, während Kritiker auf langfristige Betriebskosten, Förderchancen und Klimaschutz verweisen.