Die dänischen Behörden wollen den Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals von der Insel Anholt auf das Festland ziehen. Der tote Wal liegt derzeit im flachen Wasser an einem stark besuchten Strand und könnte nach Einschätzung der Umweltbehörde Anwohner und Urlauber erheblich beeinträchtigen.
Noch am Donnerstag sollte versucht werden, das Tier in den Hafen von Grenaa zu bringen. Die Aktion dürfte den gesamten Tag in Anspruch nehmen. Bereits am Freitag könnte der Wal dort obduziert werden.
Wissenschaftler und Tierärzte bereiten Untersuchungen vor
Im Hafen von Grenaa sollen Wissenschaftler und Tierärzte den Kadaver untersuchen und Proben entnehmen – ähnlich wie bei früheren Strandungen großer Meeressäuger. Die Presse darf die Arbeiten verfolgen, allerdings nur hinter Absperrungen, da schwere Maschinen und scharfe Werkzeuge zum Einsatz kommen. Sollte der Transport scheitern, würden die Untersuchungen direkt auf Anholt stattfinden.
Warnung vor Annäherung – Gefahr durch Fäulnisgase
Die Umweltbehörde hatte bereits zuvor davor gewarnt, sich dem Wal zu nähern. Neben möglichen Krankheitserregern besteht auch das Risiko, dass der stark aufgeblähte Kadaver durch Fäulnisgase platzen könnte. Auf Livestream‑Bildern war deutlich zu sehen, wie stark der Körper bereits aufgebläht ist.
Inselbewohner drängen auf schnellen Abtransport
Auf Anholt wächst der Wunsch, den Wal so schnell wie möglich zu entfernen. Die Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch für die Insel zuständig ist, betonte, dass die Urlaubssaison gerade begonnen habe und in den kommenden Wochen viele Gäste erwartet würden. Strandungen seien in Dänemark nicht ungewöhnlich, erklärte Direktorin Pia Lange Christensen, und normalerweise würden die Tiere rasch entfernt.
Hintergrund: Von der Ostsee in die Nordsee – und zurück
Der Buckelwal war zuvor mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative hatte ihn vor einigen Wochen lebend in die Nordsee transportiert und dort freigelassen. Später wurde er jedoch tot vor Anholt angespült und stellt die Behörden nun vor logistische und hygienische Herausforderungen. Gleichzeitig sorgt der Fall für große Aufmerksamkeit – auch aus touristischer Sicht.
Mecklenburg‑Vorpommern wertet Tracker‑Daten aus
Das Schweriner Umweltministerium versucht derzeit, an die Daten eines Trackers zu gelangen, der dem Wal vor seiner Freisetzung angelegt worden war. Die Auswertung soll klären, wie lange „Timmy“ nach dem Transport noch gelebt hat und welche Route er genommen hat.