Im Literaturhaus Uwe Johnson in Klütz kehrt spürbar Aufatmen ein. Nach dem bundesweit beachteten Eklat im vergangenen Herbst bekommt die Einrichtung zum 1. Juni 2026 eine neue Leitung. Die Kulturmanagerin und Literaturwissenschaftlerin Barbara Heine übernimmt das Haus in einer Phase, in der Vertrauen, Stabilität und fachliche Kompetenz besonders gefragt sind.
Eine erfahrene Stimme der norddeutschen Literaturszene
Heine bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung mit. Sie entwickelte Kulturprojekte, die Nordkirche und den PEN Deutschland und organisierte internationale Literaturfestivals. Ihr breites Netzwerk und ihr Gespür für literarische Vermittlung sollen dem Literaturhaus neue Impulse geben. Für sie ist die Aufgabe ein persönlicher Glücksfall: Sie möchte das Werk Uwe Johnsons, das sie als politisch hochaktuell beschreibt, wieder stärker in den öffentlichen Fokus rücken.
Hintergrund: Ein Streit, der bundesweit Wellen schlug
Der Führungswechsel wurde notwendig, nachdem der frühere Leiter Oliver Hintz behauptet hatte, die Stadtvertretung habe eine Lesung des Publizisten Michel Friedman aus politischen Gründen abgesagt. Die Vorwürfe führten zu einer bundesweiten Debatte, Demonstrationen und dem Gefühl vieler Klützerinnen und Klützer, zu Unrecht in die Nähe von Antisemitismus und Rechtsextremismus gerückt worden zu sein. In der Folge wurde Hintz entlassen, und auch Bürgermeister Jürgen Mevius trat zurück.
Zuversicht für die Zukunft
Mit Barbara Heine soll das Literaturhaus wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangen. Der neue Bürgermeister Martin Kühl zeigt sich überzeugt, dass Heine sowohl fachlich als auch menschlich hervorragend nach Klütz passt. Auch Stimmen aus der Literaturszene Mecklenburg‑Vorpommerns loben ihre Fähigkeit, eine einladende Atmosphäre zu schaffen und das Publikum aktiv einzubeziehen.