Der Wochenstart in Nordwestmecklenburg wird von einem dramatischen Naturereignis und ungemütlichem Wetter geprägt. Während im Hafen von Wismar die möglicherweise letzte Rettungschance für einen gestrandeten Buckelwal vorbereitet wird, peitscht kräftiger Nordostwind über die Region.
Hoffnung auf dem Wasser
Im Mittelpunkt steht der Buckelwal, der seit Tagen im Flachwasser vor der Insel Poel festliegt. Am Montagmorgen lief ein Spezialschlepper aus dem Wismarer Hafen aus, um eine eigens angefertigte Rettungsplattform zum Tier zu bringen. Mit ihr soll der Wal sanft angehoben und in tieferes Wasser manövriert werden. Doch die Zeit drängt: Die Initiatoren der Aktion äußerten zuletzt Zweifel, ob das geschwächte Tier die Kraft für den Transport in die Nordsee aufbringen kann.
Sturm und steigende Pegel
Parallel zur Rettungsaktion sorgt die Wetterlage für zusätzliche Unsicherheit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Montag eine Warnung vor Windböen herausgegeben. Bis mindestens 18 Uhr müssen Wismar und die Küstenbereiche mit Böen aus Nordost rechnen, die Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h erreichen. Durch den anhaltenden Wind werden zudem steigende Pegelstände in der Wismarer Bucht erwartet. Anwohner in Hafennähe werden gebeten, die Lage aufmerksam zu verfolgen.
Politik und Vereine unter Druck
Auch abseits der Naturereignisse bewegt die Region einiges. Landrat Tino Schomann (CDU) lädt am Donnerstag zur Telefonsprechstunde ein. Wer Anliegen wie den Ausbau des ÖPNV oder neue Verkehrsregelungen besprechen möchte, muss sich noch am heutigen Montag beim Landkreis anmelden.
Sorgen bereitet zudem die Situation des Poeler Koggen-Vereins: Wegen finanzieller Engpässe steht die Zukunft des historischen Traditionsschiffes „Wissemara“ auf der Kippe. Ein mögliches Insolvenzverfahren könnte den Verein erheblich belasten.