Die Designerin Marta Boniakivska erhält seit dem 1. Mai 2026 das Caspar‑David‑Friedrich‑Stipendium des Landes Mecklenburg‑Vorpommern. Die Absolventin des Masterstudiengangs Material Culture Design an der Hochschule Wismar wird ein Jahr lang mit monatlich 1.500 Euro gefördert.
Forschung zu Biomaterialien aus Alt‑Zellulose
Boniakivska beschäftigt sich seit ihrem Studium intensiv mit dem Potenzial von Biomaterialien. Bereits ihre Masterarbeit „Von Zellulosefasern zu Biomaterial. Neue Ansätze im Sitzdesign“ widmete sich der Frage, wie gebrauchte Zelluloseprodukte in neue Materialformen überführt werden können. Während der Abschlussarbeit entstanden farbige, formbare Werkstoffe aus Alt‑Zellulose, die sie unter anderem für Sitzmöbel einsetzte.
Dieses Thema führt sie nun im Rahmen des Stipendiums weiter. Unter dem Titel „Vom Abfall zum Wert“ untersucht sie, wie bisher nicht recycelte Zelluloseprodukte als nachhaltige Rohstoffe neu gedacht werden können. Dabei stehen Funktion, Ästhetik, Haptik und Nutzererfahrung gleichermaßen im Fokus. Geplant ist, neue Materialien zu entwickeln, daraus Objekte zu gestalten und deren Alltagstauglichkeit zu prüfen.
Betreut wird die Stipendiatin von Professor Achim Hack (Innenarchitektur) und Professorin Ulrike Rahe (Design).
Künstlerische Wurzeln und Motivation
Boniakivska stammt aus Poltawa in der Ukraine und lebt heute in Wismar. Ihre gestalterische Laufbahn begann mit akademischem Zeichnen und Malerei, deren präzise Beobachtungstechniken sie bis heute prägen. Nach einem Diplomstudium im Produktdesign folgte der Master an der Fakultät Gestaltung.
Prägend für ihren Weg waren Gespräche mit Lehrenden und Kommilitoninnen, etwa über Zukunftsvisionen, Fantasie und den Wert von Materialien. Die Idee, vermeintlichen Abfall in wertvolle Objekte zu verwandeln, beschreibt sie als zentrale Motivation ihres Schaffens.
Bedeutung und Struktur des CDF‑Stipendiums
Das Caspar‑David‑Friedrich‑Stipendium wird jährlich an besonders qualifizierte künstlerische Nachwuchskräfte vergeben. Je ein Stipendium geht an die Hochschule für Musik und Theater Rostock, das Caspar‑David‑Friedrich‑Institut der Universität Greifswald und die Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar. Eine Fachkommission entscheidet über die Vergabe. Kriterien sind unter anderem hervorragende Studienleistungen und ein erkennbarer Beitrag zur Weiterentwicklung künstlerischer Ausdrucksformen.
An der Hochschule Wismar waren zuletzt Rebekka Jochem (2023), Christina Quandt (2024) und Tim Steingens (2025) Stipendiaten. Steingens präsentiert seine Arbeiten zur Jahresausstellung DIA’26 vom 30. Juni bis 5. Juli in der Unterstrich Metzgerei in der Lübschen Straße. Die DIA’26 findet vom 3. bis 5. Juli auf dem Campus statt.