Unsere heimischen Igel sind süß, putzig – und gefährdet. Besonders in den Abendstunden und der Nacht stellen Mähroboter für die dämmerungs‑ und nachtaktiven Tiere eine erhebliche Gefahr dar. Da ein flächendeckendes Nachtfahrverbot weder personell noch finanziell realistisch kontrollierbar wäre, richtet der Landkreis Nordwestmecklenburg einen deutlichen Appell an alle Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer: Mähroboter ausschließlich tagsüber einsetzen.
Keine gesetzlichen Nachtfahrverbote
Weder auf Landes‑ noch auf Bundesebene existieren Regelungen, die den nächtlichen Betrieb von Mährobotern untersagen. Auch in der jüngsten Novelle des Tierschutzgesetzes fand ein entsprechendes Verbot keine Berücksichtigung. Im Kreistag wurde das Thema dennoch aufgegriffen, kontrovers diskutiert und fraktionsübergreifend als wichtig eingestuft.
Schomann: „Bitte nur tagsüber mähen – und vorher kontrollieren“
Landrat Tino Schomann mahnt eindringlich zur Vorsicht: „Igel können durch rotierende Messerköpfe schwer verletzt oder getötet werden. Deshalb bitte ich alle Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, Mähroboter ausschließlich tagsüber zu betreiben, bei deren Einsatz auch tagsüber Vorsicht walten zu lassen und die zu mähenden Flächen vorher auf Igel und andere kleine Tiere zu kontrollieren. Und: Erzählen Sie auch Ihren Gartennachbarn, wie gefährlich der Einsatz von Mährobotern für Igel sein kann.“
Umweltverbände warnen ebenfalls
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betont, dass Igel Mährobotern hilflos ausgeliefert sind. Als keine Fluchttiere rollen sie sich bei Gefahr zusammen – ein Verhalten, das sie nicht vor den scharfen Klingen schützt. Der BUND empfiehlt sogar, vollständig auf Mähroboter zu verzichten.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Igel zählen nach Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Arten. Sie sind vor allem in der Dämmerung und Nacht unterwegs. Untersuchungen zeigen, dass viele Mähroboter kleinere Tiere erst bei direktem Kontakt erkennen – oft zu spät, um Verletzungen zu verhindern.
Naturnahe Gärten als Schutzräume
Umwelt‑ und Naturschutzorganisationen wie BUND, NABU und WWF empfehlen igelfreundliche Gärten mit Gehölzen, Hecken und Laubhaufen. Auch eine teilweise Mahd hilft: Wenn bei jeder Mähaktion Streifen oder Inseln stehen bleiben, entstehen wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tiere.