In Mecklenburg‑Vorpommern sind im vergangenen Jahr mehr Menschen nach dem Konsum von Cannabis im Krankenhaus behandelt worden als im Jahr zuvor. Nach Angaben der Landesregierung wurden 2024 in den Kliniken des Landes 421 cannabisbezogene Diagnosen gestellt, 2025 stieg die Zahl auf 486 Fälle.
Besonders auffällig ist der Anstieg psychotischer Erkrankungen im Zusammenhang mit Cannabis: Die Zahl der diagnostizierten Psychosen erhöhte sich von 94 auf 133. Der Konsum von Cannabis ist seit dem 1. April 2024 bundesweit teilweise legalisiert.
Rückgang der Rauschgiftkriminalität
Parallel zur Legalisierung ging die registrierte Rauschgiftkriminalität deutlich zurück. Da der Besitz kleinerer Mengen Cannabis seit April 2024 nicht mehr strafbar ist, verzeichnete die Polizei bereits im selben Jahr einen spürbaren Rückgang der Cannabisdelikte. Dieser Trend setzte sich laut Landesregierung 2025 fort. Insgesamt sank die Zahl der Rauschgiftdelikte im Vergleich zu 2024 um fast ein Drittel.
Schwarzmarkt weiterhin bedeutend
Trotz der neuen Rechtslage bleibt der illegale Markt für Cannabis nach Einschätzung der Landesregierung weiterhin relevant. Die Nachfrage übersteige das Angebot aus legalen Bezugsquellen, weshalb nach wie vor illegale Beschaffungswege genutzt würden. Eine nachhaltige Verlagerung der Nachfrage auf legale Quellen lasse sich derzeit nicht feststellen.
Der Schwarzmarkt spiele daher weiterhin eine bedeutende Rolle im Bereich der Rauschgiftkriminalität.