Im Landkreis Nordwestmecklenburg rückt derzeit ein Thema in den Fokus, das vielerorts für Diskussionen sorgt: die starke Ausbreitung der Nutria. Die aus Südamerika stammenden Nagetiere vermehren sich seit Jahren rasant und verursachen zunehmend Schäden an Uferbereichen, Gräben und Deichen. Ihre Wühltätigkeit unterspült Böschungen, schwächt Wasserbauanlagen und kann langfristig die Stabilität ganzer Deichabschnitte gefährden.
Abschussprämien sollen Population eindämmen
Um der Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Landkreis eine Abschussprämie für Jäger eingeführt. Die finanzielle Unterstützung soll Anreize schaffen, die Nutria‑Bestände gezielt zu reduzieren und damit die Belastung für die Infrastruktur zu verringern. Die Maßnahme ist Teil eines breiteren regionalen Ansatzes, der sowohl den Schutz der Gewässer als auch die Sicherheit der Deiche im Blick hat.
Regionale Herausforderung mit ökologischem Hintergrund
Die Nutria gilt in Deutschland als invasive Art. Sie besitzt kaum natürliche Feinde, findet in den hiesigen Feuchtgebieten ideale Lebensbedingungen und kann sich entsprechend schnell ausbreiten. Für die Behörden bedeutet das eine dauerhafte Aufgabe: Einerseits müssen ökologische Schäden begrenzt werden, andererseits gilt es, die Balance zwischen Naturschutz, Wasserwirtschaft und Jagdrecht zu wahren.