Mittwoch, 19.Juni 2024 | 22:49

Rapszucht auf der Insel Poel: Saatgut geht in alle Welt

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Auf der Insel Poel werden neue Rapssorten gezüchtet – und die Rapsblüte bedeutet für die Mitarbeiter der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG in diesen Tagen besonders viel Arbeit.

Sie stülpen Plastiktüten über die Blüten, um so eine Bestäubung mit fremden Pollen durch Insekten zu verhindern. Für die Zuchtlinien sei es wichtig, dass sich der Raps selbst befruchte, erläutert eine Unternehmenssprecherin. Zu Blühbeginn würden deshalb an ausgewählten Pflanzen alle offenen Blüten entfernt, Tüten über die Pflanzen gestülpt und verschlossen. Denn Raps ist zu einem Drittel Fremdbefruchter – und diese Fremdbefruchtung soll für eine klare Zuchtlinie verhindert werden.

Die Züchtung neuer Sorten ist der Firma zufolge ein langwieriger Prozess. Von der Kreuzung bis zur zugelassenen Sorte vergingen zehn bis zwölf Jahre. Die Anforderungen an den Raps änderten sich, etwa um dem Klimawandel zu begegnen. Aber auch Auflagen bei der Düngung oder Verbote von Pflanzenschutzmitteln erforderten immer wieder angepasste Sorten.

In Malchow auf Poel lag vor mehr als 100 Jahren der Ursprung der Norddeutschen Pflanzenzucht KG, die Raps- und anderes Saatgut weltweit vermarktet. Hauptsitz ist heute infolge der deutschen Teilung nach 1945 Hohenlieth bei Eckernförde (Schleswig-Holstein).

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 280 Mitarbeiter. Auf Poel bewirtschaftet die Firma 425 Hektar Ackerfläche für die Züchtung neuer Sorten. Fast 80 Mitarbeiter sind an dem Standort tätig.

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