Ein Blick auf Arbeit, Alltag und die unsichtbaren Seiten eines industriellen Herzstücks…
80 Jahre Werftgeschichte – vom Reparationsauftrag zum sozialistischen Großbetrieb
Vor 80 Jahren, im April 1946, wurde in Wismar eine neue Werft aufgebaut. Ihr ursprünglicher Auftrag bestand darin, versenkte Schiffe zu bergen, instand zu setzen und als Reparationsleistungen an die Sowjetunion auszuliefern. Aus diesen Anfängen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein bedeutender Industriestandort, der das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben der Stadt prägte.
Fokuszeitraum 1946 bis 1990
Die Ausstellung richtet den Blick bewusst auf die Jahre 1946 bis 1990 – eine Phase, in der die Werft weit mehr war als ein Produktionsort. Sie wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Wismars: Arbeitsplatz für Tausende, Ausbildungsstätte, Treffpunkt, kultureller Raum und identitätsstiftender Ort für ganze Familiengenerationen.
Fotografien zwischen Dokumentation und Inszenierung
Die gezeigten Fotografien dokumentieren Arbeit, Gemeinschaft, Kultur und Alltag auf dem Werftgelände. Sie zeigen Menschen bei der Montage, beim Schweißen, in Pausenräumen oder bei Betriebsfeiern. Gleichzeitig stellt die Ausstellung die Frage, was außerhalb des Bildrandes bleibt: Welche Konflikte, Mängel oder Spannungen wurden nicht gezeigt? Welche Aspekte des Arbeitsalltags wurden bewusst inszeniert, um ein bestimmtes Bild der sozialistischen Arbeitswelt zu vermitteln?
Ein visueller Zugang zur Stadtgeschichte
Die Sonderausstellung lädt dazu ein, die Wismarer Werft als historischen Lebensraum neu zu betrachten – als Ort der Produktion, aber auch als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen in der DDR. Die Fotografien eröffnen einen vielschichtigen Zugang zu einem Kapitel Stadtgeschichte, das bis heute nachwirkt.