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Updated on 27. 01. 2021 07:21

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Start in Corona-Impfzentren: Impfstoffmangel hemmt Tempo

Die Impfzentren in Mecklenburg-Vorpommern sind bereit, viele Menschen gegen das Coronavirus zu impfen. Doch setzen die noch geringen Impfstoffmengen den Möglichkeiten Grenzen.

Das soll sich schrittweise ändern. Mit wenigen hundert Corona-Schutzimpfungen haben am Dienstag in Mecklenburg-Vorpommern neun der zwölf Impfzentren die Arbeit aufgenommen. Das Land hat aus Regierungssicht mit der Einrichtung der Zentren wichtige Voraussetzungen für eine rasche Impfung der Bevölkerung geschaffen. „Entscheidend ist, dass weiter mehr Impfstoff kommt“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Morgen bei einem Besuch im Impfzentrum in Rostock. Er machte damit deutlich, wo das entscheidende Hemmnis liegt.

Nach Glawes Angaben wurden für diese Woche 9750 Dosen an die Impfzentren im Land verteilt. Allerdings wird ein Großteil davon von mobilen Impfteams genutzt, die in Seniorenheimen Bewohner und Pflegepersonal impfen. In der kommenden Woche sollen 12 000 Impfdosen zur Verfügung stehen.

Nach Anlaufschwierigkeiten bei der Terminvergabe waren laut Ministerium für den Impfstart in den Zentren etwa 360 Termine für die erforderliche Doppelimpfung vergeben worden. Wie eine Umfrage ergab, hatten die für die Zentren zuständigen Kreise und Städte vor allem auch wegen der noch knappen Impfstoffe den ersten Tag eher als Testlauf geplant und mit verhaltenem Tempo begonnen.

Die Zahl der eingesetzten Ärzte und Helfer schwankte zwischen 10 und 50. Glawe konstatierte eine große Hilfsbereitschaft. Bei seinem Ministerium hätten sich bislang mehr als 570 Freiwillige gemeldet, darunter gut 400 Ärzte. Diese seien an die Kommunen weitervermittelt worden.

In Trollenhagen bei Neubrandenburg, in Stralsund und in Laage bei Güstrow sollten am Dienstag etwa 25 Impfwillige versorgt werden, in Rostock und Schwerin etwas mehr als 50. In Wismar und in Ludwigslust waren 70 Impfungen vorgesehen. In Pasewalk, wo das Impfzentrum von Angehörigen der Bundeswehr betrieben wird, waren 30 Termine gebucht.

Diese Zahlen sollen in den kommenden Tagen schrittweise gesteigert werden. Dann werden auch die Zentren in Parchim, Waren und Grevesmühlen die stationäre Arbeit aufnehmen. Wie der Oberfeldarzt der Bundeswehr, Peter Arndt, in Pasewalk sagte, können dort am Tag bis zu 500 Menschen geimpft werden – vorausgesetzt, es ist genügend Impfstoff da.

Schwerpunkt bleibe vorerst der Einsatz mobiler Impfteams in Altenheimen, weil dort Menschen lebten, die besonders gefährdet seien, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Trotz Schnelltests und strenger Schutzvorkehrungen hatte es in Pflegeeinrichtungen wieder häufiger Masseninfektionen gegeben.

Die Startschwierigkeiten bei der Terminvergabe für die Impfzentren vom Montag hätten sich inzwischen gegeben, versicherte Glawe. Am Dienstag sei keine Überlastung der Leitungen mehr aufgetreten. Er appellierte an die Menschen abzuwarten, bis sie vom Landesamt für Gesundheit und Soziales angeschrieben werden und erst dann telefonisch Impftermine zu vereinbaren. „Wer keinen Brief bekommen hat, ist nicht gelistet und blockiert nur das Call-Center“, stellte der Minister klar. Nach seinen Angaben waren zunächst 5000 Briefe verschickt worden, doch hätten am Montag 8000 Menschen angerufen.

Mecklenburg-Vorpommern sollte wöchentlich knapp 15 000 Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer bekommen. Die jüngste Lieferung traf am Freitag ein. Da nun aber aus jedem Impfstofffläschchen sechs statt wie bisher fünf Spritzen gefüllt werden können, erhöht sich die Zahl auf etwa 18 000. Wegen der notwendigen Zweitimpfung nach drei bis vier Wochen werde aber weiterhin jeweils nur die Hälfte verwendet, stellte Glawe klar. Andere Bundesländer verzichten im Vertrauen auf wachsende Lieferzahlen auf solche Reserven.

Die für Dienstag erwarteten ersten 1200 Corona-Impfdosen des Herstellers Moderna sollen laut Glawe an die Impfzentren in Schwerin und Greifswald geliefert werden. Danach werden im zweiwöchigen Rhythmus weitere 1200 Moderna-Dosen erwartet; bis Ende Februar soll die Liefermenge auf 13 000 steigen. Laut Glawe wurden in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen mehr als 25 000 Menschen geimpft.

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