Die Tageszeitungen in Mecklenburg‑Vorpommern verlieren seit Jahren kontinuierlich an Reichweite. Auch 2025 setzt sich der Trend fort: Immer weniger Menschen im Land besitzen ein klassisches Zeitungsabonnement oder greifen regelmäßig zur gedruckten Ausgabe. Der strukturelle Wandel der Mediennutzung trifft die regionalen Verlage damit besonders deutlich.
Vor allem die gedruckten Auflagen sinken spürbar. Gründe dafür sind der demografische Wandel, steigende Produktions- und Vertriebskosten sowie das veränderte Informationsverhalten vieler Leserinnen und Leser. Nachrichten werden zunehmend digital konsumiert – häufig kostenlos über soziale Netzwerke, Apps oder Onlineportale. Für viele Haushalte ist ein Printabo daher nicht mehr selbstverständlich.
Die Verlage reagieren mit Preisanpassungen, verstärkten Digitalangeboten und neuen Bezahlmodellen. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt: Sinkende Abonnentenzahlen bedeuten weniger Vertriebserlöse, gleichzeitig schrumpfen die Werbeeinnahmen im Printbereich. Besonders im ländlich geprägten Mecklenburg‑Vorpommern, wo die Zustellung aufwendig und teuer ist, verschärft sich der Druck.
Für die publizistische Vielfalt im Land ist die Entwicklung nicht ohne Risiko. Tageszeitungen übernehmen weiterhin einen Großteil der lokalen Berichterstattung und sind wichtige Kontrollinstanzen für Politik und Verwaltung. Wie sich die Medienlandschaft in MV langfristig verändert, hängt maßgeblich davon ab, ob es den Verlagen gelingt, ihre digitalen Angebote wirtschaftlich tragfähig zu machen und neue Lesergruppen zu erreichen.