Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Mecklenburg‑Vorpommern bewertet das geplante Unterrichtsangebot „Lebenspraxis“ an Grundschulen als keinen innovativen Ansatz. Viele der vorgesehenen Inhalte seien bereits seit Langem Bestandteil des Unterrichts, erklärte VBE‑Landesvorsitzender Michael Blanck der Deutschen Presse‑Agentur.
Besonders in Grundschulen, aber auch in weiterführenden Schulen würden Fragen aus dem Alltag der Kinder in vielfältigen Formen behandelt. Aus Sicht des Verbandes werde damit lediglich festgeschrieben, was ohnehin schon praktiziert werde.
Einführung ab dem Schuljahr 2026/2027
Das Bildungsministerium plant, das Angebot ab dem Schuljahr 2026/2027 landesweit einzuführen. Kinder sollen dabei altersgerecht Themen bearbeiten, die sie im Alltag beschäftigen – vom Zahnwechsel über das Backen eines Geburtstagskuchens bis hin zum Umgang mit Taschengeld. Das Format kann zwei‑ bis dreimal pro Schuljahr stattfinden, eingebettet in regulären Unterricht, Projekttage, Umwelttage oder Schulwanderungen. Derzeit läuft eine Modellphase an sechs Grundschulen, darunter auch eine Schule in Wismar, an der das Angebot vorgestellt wird.
Verantwortung bleibt in erster Linie bei den Eltern
Blanck betonte, es sei sinnvoll, lebensnahe Themen altersgerecht in der Schule zu behandeln. Gleichzeitig warnte er davor, die Verantwortung zu stark auf die Schulen zu verlagern. Grundlegende Alltagskompetenzen seien weiterhin Aufgabe des Elternhauses. Schulen könnten diese Inhalte aufgreifen und vertiefen, aber nicht vollständig übernehmen.
Breites Spektrum an Themenfeldern
Das Bildungsministerium hatte im April mehrere thematische Schwerpunkte benannt. Dazu gehören der richtige Umgang mit Geld, gesunde Ernährung und gemeinsames Kochen sowie Projekte zum Umgang mit Gefühlen, Stressbewältigung und emotionaler Entwicklung. Ziel ist es, Kinder auf praktische Lebenssituationen vorzubereiten und ihnen Orientierung im Alltag zu geben.