Für die kommende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 zeichnet sich eine historisch schwierige Regierungsbildung ab. Laut den jüngsten Umfragen von Infratest dimap (Stand: Mai 2026) führt die AfD mit deutlichen 36 Prozent vor der SPD mit 27 Prozent. Dahinter folgen Die Linke (13 %), die CDU (10 %) und das BSW (5 %), während die Grünen (4 %) an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden.
Ein Blick auf die möglichen Koalitionen nach der Sitzverteilung zeigt eine politisch wie rechnerisch anspruchsvolle Ausgangslage. Entscheidend für die Kräfteverhältnisse im 71 Sitze umfassenden Parlament ist, ob das BSW den Einzug schafft oder die Grünen die Fünf‑Prozent‑Hürde überwinden. Beide Szenarien verschieben die Mehrheitsoptionen erheblich.
Theoretisch stabile, praktisch ausgeschlossene Bündnisse
Rein rechnerisch ergäbe eine Koalition aus AfD und SPD mit 49 Sitzen eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent. Trotz dieser stabilen mathematischen Basis gilt ein solches Bündnis aufgrund unüberbrückbarer programmatischer Gegensätze als politisch ausgeschlossen. Ähnlich verhält es sich mit einer rechnerisch möglichen Zusammenarbeit von AfD und Linken, die mit 38 Sitzen auf eine Mehrheit von 53,5 Prozent käme, aber politisch kaum vorstellbar ist.
Knappes konservatives Zweierbündnis
Eine rechts‑konservative Koalition aus AfD und CDU würde mit 36 Sitzen eine äußerst knappe Mehrheit von 50,7 Prozent erreichen. Dieses Bündnis läge damit nur minimal über der Schwelle zur Regierungsfähigkeit und wäre entsprechend anfällig für politische Spannungen oder einzelne Abweichler.
Einzige demokratische Alternative ohne AfD‑Beteiligung
Soll eine Regierungsbeteiligung der AfD vollständig ausgeschlossen werden, bleibt rechnerisch nur ein Dreierbündnis aus SPD, Linken und CDU. Diese Konstellation käme auf 39 Sitze und damit auf eine solide Mehrheit von 54,9 Prozent. Politisch wäre sie breit aufgestellt und würde die Regierungsbildung jenseits der politischen Ränder ermöglichen.