Die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar kommt am heutigen Donnerstag, ab 17.00 Uhr im Bürgerschaftssaal des Rathauses zu einer umfangreichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen zentrale Entscheidungen der Verwaltung sowie mehrere Anträge und Anfragen der Fraktionen. Die Themen reichen von der Vorbereitung internationaler Großveranstaltungen über städtebauliche Entwicklungen bis hin zu neuen Regelungen im Stadtgebiet.
Hansetage 2028/2029: Interessenbekundungsverfahren soll starten
Unter dem Tagesordnungspunkt Ö 9.1 berät das Gremium über die Einleitung eines Interessenbekundungsverfahrens für den Hansemarkt und das Bühnenprogramm zu den Internationalen Hansetagen 2028 und 2029. Die Verwaltung möchte frühzeitig Konzepte für Gestaltung, Organisation und Programm einholen, um die gemeinsame Ausrichtung mit Stralsund langfristig vorzubereiten.
Finanzentscheidungen: Jahres- und Gesamtabschluss
Im Finanzbereich stehen zwei formelle Beschlüsse an. Zum einen soll der Jahresabschluss 2025 des Entsorgungs- und Verkehrsbetriebs festgestellt werden. Zum anderen liegt der Gesamtabschluss der Hansestadt Wismar zum Stichtag 31. Dezember 2024 zur Beratung vor.
Stadtentwicklung: Fördermittel, Gewerbeflächen und Stadtumbau
Mehrere städtebauliche Großprojekte prägen die Tagesordnung. Im Rahmen der Gesamtmaßnahme „Altstadt Wismar“ soll die Beantragung neuer Städtebaufördermittel für das Programmjahr 2027 beschlossen werden. Für die wirtschaftliche Entwicklung steht der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 94/26 „Industrie- und Gewerbegebiet Wismar West / Werft – südlicher Bauabschnitt“ an. Ergänzend befasst sich die Bürgerschaft mit dem Stadtumbaugebiet Wendorf‑Süd, das perspektivisch zu einem Wohn‑ und Schulquartier entwickelt werden soll.
Anträge der Fraktionen: Kurzzeitvermietungen, Briefkästen, Beschattung am Alten Hafen
Die CDU‑Fraktion bringt mehrere Anträge ein. Sie fordert die Einführung eines Registrierungsverfahrens für private Kurzzeitvermietungen auf Grundlage einer neuen EU‑Verordnung, um Ferienwohnungsangebote transparenter zu erfassen. Zudem beantragt sie die Einrichtung physischer Briefkästen für die Bürgerschaftsfraktionen.
Die Fraktion „Bürger für Wismar“ setzt sich für die Prüfung von Beschattungsmöglichkeiten auf der Freifläche und dem Spielplatz am Alten Hafen ein.
Informationsberichte: Verkehr, Müll, Wahlhelfer, Jugendclub
Unter Tagesordnungspunkt 11 beantwortet die Verwaltung Anfragen der Fraktionen. Die CDU thematisiert die Vermüllung von Wertstoffsammelplätzen, eine mögliche Tempo‑30‑Regelung in der Rostocker Straße, Zugangsbeschränkungen am Alten Hafen nach Veranstaltungen des Schwedenfestes sowie Kriterien zur Auswahl von Wahlhelfern bei den Landtagswahlen.
Die Fraktion „Bürger für Wismar“ bittet um Berichte zum Mobilen Jugendclub sowie um eine Übersicht zu Kosten und Rahmenbedingungen des Christopher Street Day und vergleichbarer Veranstaltungen.
Nichtöffentlicher Teil: Filmbürogelände und Friedrich‑Techen‑Straße
Im nichtöffentlichen Teil befasst sich die Bürgerschaft mit zwei bedeutenden Liegenschaften. Diskutiert wird die Entwicklung des ehemaligen Filmbürogeländes zu einem modernen Kinder‑, Jugend‑ und Medienstandort. Zudem geht es um die Herrichtung des Gebäudes in der Friedrich‑Techen‑Straße 20, das als Übergangsstandort für die Kreismusikschule vorbereitet werden soll.