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Wismar: Energiepreise stehen Kopf – Preise werden sich im nächsten Jahr erhöhen

In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu lesen, eine Preiserhöhung der Energiepreise ist zu erwarten.

Aussagen wie „Energiepreise steigen“ oder „Energiepreise 2023 steigen auf Rekordhöhe“ waren keine Seltenheit. Die Entwicklung auf den Energiemärkten in den letzten Monaten und eine noch nie dagewesene Preisexplosion der Beschaffungspreise für Strom prägen weiterhin das Bild der Strombeschaffungssituation der Stadtwerke Wismar.

Das liegt zum einen an den dramatischen Ereignissen in der Ukraine, an der Nachfrage nach Rohstoffen beziehungsweise Brennstoffen weltweit. Diese Nachfrage lässt die Preise international steigen. Zum anderen sind die Kosten für die Produktion von konventionellem Strom gestiegen: Der Preis der hierfür notwendigen CO 2 – Zertifikate im europäischen CO 2 -Handel hat sich in den vergangenen Monaten verteuert. Hinzu kommen hohe Preise im Gas-Großhandel in den letzten Monaten.

Dies verteuert die Stromerzeugung in Gaskraftwerken. Gleichermaßen erhöhen sich in unserem Versorgungsgebiet die Gebühren für die Durchleitung von Strom. „Wir werden im kommenden Jahr mehr für die Nutzung der Stromleitungen bezahlen müssen. Eine wesentliche Ursache für steigende Netzkosten ist der erforderliche Aus- und Umbau der Verteilernetze im Zuge der Energiewende“, so Andreas Grzesko weiter. Aufgrund der Bezugskostensteigerung sind wir gezwungen, unsere Preise neu zu kalkulieren. Ab dem 01. Januar 2023 steigt der Arbeitspreis um 12,94 ct/kWh (brutto). Gleichzeitig steigt der Grundpreis um 24,34 €/Jahr (brutto).

Die Mehrbelastung durch die Preiserhöhung ist für den einzelnen Kunden von dessen Verbrauch abhängig. Unter der Annahme eines Jahresverbrauches i. H. v. 2.500 kWh/a und dem Einbau eines Eintarifzählers in den Tarifen der Grund- und Ersatzversorgung „WismarStromBasis“ ergibt sich folgende Bilanz: Ein Stromkunde mit einem Durchschnittsverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr zahlt
demzufolge 571,30 Euro mehr an Jahreskosten. Monatlich entspricht dies einer Kostenerhöhung von rund 50,00 Euro.

Für Strom ist ein Strompreisdeckel für die Kunden zur Entlastung von der Regierung geplant. Für die Kunden bedeutet der Strompreisdeckel eine Einsparung von 310,40 Euro im Jahr.

Ob beim Tanken von Benzin oder Diesel, oder beim Heizen mit Öl und Gas – seit Einführung des Klimapaketes der Bundesregierung gilt ein festgelegter CO2 Preis für diese Brennstoffe. In den Jahren 2012 – 2018 haben die Stadtwerke Wismar GmbH kontinuierlich konstante Preise an die Kunden weitergeben oder sogar Preissenkungen erzielt. Seit 2019 konnte dieser Trend erstmalig nicht fortgesetzt werden.

Vor allem erheblich geringere russische Gasexporte nach Deutschland treiben den Börsenpreis enorm und verursachen erhebliche Verwerfungen an den Gasmärkten. Trotz stetiger Bemühungen, unsere Kosten so gering wie möglich zu halten, sind wir auf Grund des weiter anhaltenden hohen Marktniveaus am Gasmarkt und der erheblich gestiegenen Beschaffungskosten unsere Preise zum 01. Januar 2023 zu erhöhen.

Für einen Kunden mit einem Durchschnittsverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr im Basisprodukt bedeutet die Erhöhung des Arbeitspreises auf 14,84 Cent brutto pro Kilowattstunde und die Erhöhung des Grundpreises auf 120,05 Euro brutto pro Jahr Mehrkosten pro Jahr von 1.451,74 Euro. Monatlich ist das eine Erhöhung von ca. 130 Euro.

Auch für Gas ist ein Gaspreisdeckel als Schutzschirm für die Kunden zur Entlastung von der Regierung geplant. Für die Kunden bedeutet das auch hier, der Gaspreisdeckel eine Entlastung von 454,58 Euro im Jahr.

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