Die Suche nach Fachkräften für die Wismarer Werft führt eine Delegation aus Nordwestmecklenburg im November bis ins Saarland. Dort sollen ehemalige Beschäftigte des Ford-Werkes in Saarlouis für einen beruflichen Neustart beim Marineschiffbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) gewonnen werden. Rund 300 frühere Ford-Mitarbeiter sollen bei einer Veranstaltung in Saarbrücken über die Arbeitsmöglichkeiten und Lebensbedingungen in der Region informiert werden.
Ehemalige Ford-Beschäftigte als mögliche Werft-Fachkräfte
Hintergrund ist das Ende der Fahrzeugproduktion im Ford-Werk Saarlouis. Nach 55 Jahren wurde die Produktion an dem Standort eingestellt. Zahlreiche ehemalige Beschäftigte befinden sich derzeit in einer Auffanggesellschaft, die sie beim Übergang in eine neue berufliche Tätigkeit unterstützen soll.
Nach Einschätzung der Stadt Wismar passen die beruflichen Qualifikationen vieler Betroffener zu den Anforderungen der TKMS-Werft. Gesucht werden unter anderem Fachkräfte mit industrieller Erfahrung und technischen Kenntnissen. Für die ehemaligen Automobilbeschäftigten könnte sich damit eine Beschäftigungsperspektive im Schiffbau ergeben. Ob und wie viele von ihnen tatsächlich nach Wismar wechseln werden, ist noch offen.
Bürgermeister und Landrat reisen nach Saarbrücken
Die Veranstaltung ist für den 23. und 24. November 2026 vorgesehen. An der Reise beteiligen sich unter anderem Wismars Bürgermeister Frank Junge, Landrat Tino Schomann und Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler.
Auch Vertreter von TKMS, Guntram Sydow von der Arbeitsagentur Schwerin sowie weitere Mitarbeiter der beteiligten Verwaltungen sollen vor Ort sein.
Die Arbeitsagentur Schwerin unterstützt die Vorbereitung und Koordinierung des Treffens.
Nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Region vorstellen
Bei der Veranstaltung sollen die ehemaligen Ford-Beschäftigten über mögliche Tätigkeiten bei TKMS informiert werden. Gleichzeitig wollen die Vertreter aus Nordwestmecklenburg für Wismar und die umliegenden Gemeinden als künftigen Wohn- und Lebensmittelpunkt werben.
Damit geht die Fachkräftegewinnung über die reine Vermittlung von Arbeitsplätzen hinaus. Ein möglicher Umzug nach Mecklenburg-Vorpommern betrifft für die Interessenten auch Fragen des Wohnens und des familiären Umfelds.
Mit der gemeinsamen Reise wollen Stadt, Landkreis, Arbeitsagentur und Unternehmen gezielt Menschen ansprechen, deren bisherige Arbeitsplätze weggefallen sind.
Für die Wismarer Werft ist die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil des geplanten Ausbaus der Schiffbauaktivitäten. Wie viele zusätzliche Stellen am Standort künftig besetzt werden sollen, geht aus den bisherigen Angaben zur Saarland-Reise nicht hervor.