Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian hat ein Zeuge ausgesagt, die Angeklagte sei bereits einen Tag vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche am Fundort gewesen. Der 37‑Jährige schilderte vor Gericht, die Frau habe ihn am Abend des 13. Oktober 2025 aufgefordert, mit ihr nach Fabian zu suchen.
Sie habe unbedingt zu dem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl gewollt. Während sie an der Böschung stehen geblieben sei, sei er selbst hinuntergegangen. Dort habe sie plötzlich gesagt: Da liegt was. Das ist er.
Schockmoment und Schweigen im Auto
Der Zeuge erklärte, er habe in der Dunkelheit nichts Genaues erkennen können. Die Angeklagte habe mit der Handy-Lampe geleuchtet, er selbst habe sich nur kurz hingehockt und dann weggewollt. Es sei ein Schockmoment gewesen. Beide seien anschließend zum Auto gelaufen, ohne ein Wort miteinander zu sprechen. Im Auto sei Totenstille gewesen. Für ihn habe es sich so angefühlt, als wüsste sie genau, wohin sie wollte.
Polizei wurde erst am Folgetag informiert
Erst am 14. Oktober meldete die heute 30‑jährige Angeklagte den Fund der Leiche der Polizei. Sie gab damals an, den Jungen zufällig beim Spaziergang mit dem Hund entdeckt zu haben. Laut Anklage war Fabian jedoch bereits am 10. Oktober getötet worden.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, den Jungen mit sechs Messerstichen getötet und anschließend angezündet zu haben. Die Angeklagte schweigt weiterhin zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Prozess wird fortgesetzt
Der Fall hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt, nachdem der Junge mehrere Tage vermisst worden war und schließlich tot an dem abgelegenen Tümpel gefunden wurde. Im Prozess sollen noch zahlreiche weitere Zeugen gehört werden, darunter Ermittler, Sachverständige und Personen aus dem Umfeld der Familie. Die zentrale Frage bleibt, ob die Indizienkette ausreicht, um die Angeklagte eindeutig zu belasten.