Die Kundgebung zum internationalen feministischen Aktionstag in Wismar hat am Montag weniger Menschen angezogen als erwartet. Statt der erhofften rund 300 Teilnehmenden kamen deutlich weniger – etwa 150 Teilnehmer – auf den Marktplatz. Organisiert wurde die Veranstaltung von Rachel Hanf und Irene Menke, die den Fokus bewusst auf „Frauen und FLINTA*“ legten – also auf Gruppen, die sich aufgrund ihrer Geschlechtsidentität von patriarchaler Diskriminierung betroffen fühlen.
Doch neben inhaltlicher Unterstützung gab es auch deutliche Kritik. Mehrere Besucher bemängelten, dass die Veranstaltung nur unzureichend vorbereitet gewesen sei. Informationen im Vorfeld seien kaum verbreitet worden, viele Menschen hätten erst direkt auf dem Marktplatz erfahren, dass überhaupt eine Kundgebung stattfindet. Auch organisatorisch lief nicht alles rund: Die Abläufe wirkten stellenweise improvisiert, und einige Plakate wurden als unnötig provokant empfunden.
Ähnliche Eindrücke gab es auch in anderen Städten Mecklenburg‑Vorpommerns. Sowohl in Rostock als auch in Schwerin blieb die Beteiligung hinter den Erwartungen zurück. Trotz bundesweiter Mobilisierung und hoher Relevanz des Themas fiel die Resonanz vielerorts verhalten aus.
Die Organisatorinnen in Wismar betonten dennoch die Bedeutung des Aktionstages und verwiesen darauf, dass Sichtbarkeit und Solidarität gerade für FLINTA‑Personen zentral seien. Für kommende Veranstaltungen wünschen sich viele Teilnehmende jedoch eine bessere Vorbereitung und breitere Kommunikation.