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Landkreis Nordwestmecklenburg forciert Projekt gegen Ärztemangel im ländlichen Raum

Der Ärztemangel im ländlichen Raum ist längst auch in Nordwestmecklenburg spürbar. Um dem entgegenzuwirken, entwickelt das Gesundheitsamt des Landkreises gezielte Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung. Ein Baustein: die geteilte Famulatur, die Medizinstudierenden Einblicke sowohl in eine Arztpraxis oder Klinik als auch in die Arbeit des Gesundheitsamtes ermöglicht. In diesen Tagen hat der erste Medizinstudent ein solches geteiltes Praktikum im Gesundheitsamt absolviert. Im Kurzinterview erklärt Amtsarzt Saban Omer Oglou, worum es geht – und warum junge Ärztinnen und Ärzte Nordwestmecklenburg als Arbeits- und Lebensort im Blick behalten sollten.

„Famulatur heißt nicht Kaffee kochen“

Eine Famulatur sei ein verpflichtendes Praktikum im Medizinstudium, erläutert Omer Oglou. Studierende sollen mehrere Wochen lang praktische Einblicke in die ärztliche Tätigkeit gewinnen. Bei der geteilten Famulatur verbringen sie zwei Wochen in einer Praxis oder Klinik und zwei Wochen im Gesundheitsamt. „Gerade im ländlichen Raum soll damit gezeigt werden, wie vielfältig medizinisches Arbeiten sein kann“, so der Amtsarzt.

Dass es sich nicht um ein reines Zuschauen handelt, betont er ausdrücklich: „Die Famulatur ist kein „Kaffee‑kochen‑Praktikum“. Die Studierenden werden aktiv eingebunden – von Patientengesprächen über Diagnostik bis hin zu präventiven Aufgaben des Gesundheitsamtes.“

Warum der Landkreis profitiert

Der Ansatz ist klar: Wer die Region früh kennenlernt, kommt später eher zurück. „Zahlreiche Studien belegen, dass persönliche Bindung ein entscheidender Faktor ist“, sagt Omer Oglou. Der Landkreis wolle deshalb zeigen, dass die ländliche Medizin in Nordwestmecklenburg attraktiv, abwechslungsreich und zukunftssicher ist.

Drei Gründe für eine Niederlassung in Nordwestmecklenburg

Auf die Frage, warum sich junge Ärztinnen und Ärzte hier niederlassen sollten, nennt der Amtsarzt drei zentrale Punkte:

  1. Hoher Bedarf und gute Perspektiven Viele ältere Mediziner gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand – ideale Chancen für Praxisübernahmen und berufliche Entwicklung.
  2. Hohe Lebensqualität Ostseenähe, Natur, moderate Lebenshaltungskosten und gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprechen für die Region – bei gleichzeitig kurzer Distanz zu Hamburg, Schwerin und Rostock.
  3. Umfangreiche Unterstützung Landkreis, Kommunen, Kliniken, Praxen und Gesundheitsnetzwerke bieten individuelle Förderprogramme. Das Welcome Service Center unterstützt zudem bei der Wohnungssuche oder der Vermittlung eines Kitaplatzes.

Ein Baustein für die Zukunft der medizinischen Versorgung

Mit der geteilten Famulatur setzt Nordwestmecklenburg ein deutliches Zeichen: Der Landkreis will aktiv gegen den Ärztemangel vorgehen – und jungen Medizinerinnen und Medizinern zeigen, dass sich eine Zukunft hier lohnt.

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