Die Tafeln in Mecklenburg‑Vorpommern stehen wegen der stark gestiegenen Kraftstoffpreise unter erheblichem Druck. „Wir haben aktuell Mehrkosten von etwa 40 Prozent“, sagt Alexandra Bauer, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Tafel MV. Besonders im Flächenland Mecklenburg‑Vorpommern müssten die Transporter oft weite Strecken zurücklegen, um gespendete Lebensmittel einzusammeln.
Lage im ganzen Land ähnlich
Auch andere Tafeln im Nordosten berichten von ähnlichen Herausforderungen. Trotz der Mehrbelastung könne man die Versorgung weiterhin sicherstellen, so Bauer. Die Einrichtungen unterstützten sich gegenseitig, zudem stehe in Neubrandenburg ein Zentrallager zur Verfügung. Seit dem 1. Mai fallen dort für die Tafeln keine Lagerkosten mehr an – zuvor waren es zehn Euro pro Palette. Die Gebühren übernimmt nun der Landesverband.
28 Tafeln im Land – Touren werden optimiert
In Mecklenburg‑Vorpommern gibt es derzeit 28 Tafeln, viele mit mehreren Ausgabestellen. Allein in Rostock betreibt die Stadtmission 16 Standorte. „Natürlich belasten die Kraftstoffpreise unsere Tafel“, sagt Sprecher Rolf Gauck. Man prüfe daher, wie Touren effizienter gestaltet werden können. Gleichzeitig setze man verstärkt auf Spendenakquise, unter anderem über Social Media.
Mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten führen zu einem wachsenden Zulauf. In Demmin seien allein in dieser Woche an einem Tag fünf neue Menschen aufgenommen worden, berichtet Bauer. Besonders betroffen seien Familien mit vielen Kindern und zunehmend ältere Menschen, deren Rente nicht mehr ausreiche. Zum Monatsende sei der Andrang besonders groß.
Tafeln betonen: Unterstützung, keine Grundversorgung
Trotz steigender Nachfrage betonen die Tafeln ihre Rolle. „Wir können keine Grundversorgung leisten, sondern nur unterstützen. Unsere Hauptaufgabe ist es, Lebensmittel zu retten“, sagt Bauer.