Mecklenburg‑Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hat die Vorwürfe rund um den gescheiterten Rettungsversuch des mehrfach gestrandeten Wals deutlich zurückgewiesen. Er betonte, er habe „verantwortungsbewusst gehandelt“. Dass das Tier schließlich tot an der dänischen Insel Anholt angespült wurde, mache ihn traurig. Seine Hoffnung sei stets gewesen, den Wal retten zu können.
Die Kritik, die Aktion habe das Leiden des Tieres verlängert, akzeptiert Backhaus nicht. Für ihn stehe fest, dass man Wildtieren helfen müsse, wenn eine Chance bestehe. Der Wal sei jung gewesen, „ein Jüngling, der sich verirrt hat“. Er habe sein Leben noch vor sich gehabt und deshalb Hilfe verdient.
Keine politischen Motive
Backhaus wies zudem den Vorwurf zurück, er habe sich aus politischem Kalkül über wissenschaftliche Empfehlungen hinweggesetzt. Die anstehende Landtagswahl habe „keine Rolle“ gespielt. Zwar habe er unter öffentlichem Druck gestanden, doch seine Entscheidungen seien sachlich getroffen worden.
Er betonte außerdem, dass er sich nicht nur auf die Initiative vor Ort verlassen habe, sondern auch auf zwei externe Wissenschaftler, die ihn beraten hätten. Deren Namen nannte er nicht – aus Sorge vor möglichen Drohungen, wie er erklärte.
„Skurril“? Backhaus widerspricht
Den Begriff „skurril“, der im Zusammenhang mit der Rettungsaktion gefallen war, lehnt Backhaus ab. Für ihn sei es ein ethischer Auftrag gewesen, ein lebensfähiges junges Tier in seinen natürlichen Lebensraum zurückzubringen. Er verwies auf moralische Grundsätze und formulierte einen Gedanken, der hängen bleibt: Wäre die Evolution anders verlaufen, hätte vielleicht der Wal entschieden, ob ein Mensch gerettet wird.