Die für Fischerei zuständigen Minister der EU beraten am heutigen Montag über die zulässigen Fangmengen in der Ostsee für das kommende Jahr. Hering und Dorsch, einst wirtschaftliche Grundlage vieler deutscher Küstenfischer, dürfen bereits jetzt nur noch als Beifang oder in engen Ausnahmen gefischt werden. Nach dem Vorschlag der EU‑Kommission sollen die erlaubten Mengen weiter sinken.
Die Kommission schlägt vor, die Höchstwerte für den unbeabsichtigten Beifang von Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee erneut zu reduzieren. Zudem soll die Ausnahme wegfallen, die kleinen Booten mit passivem Fanggerät wie Stellnetzen bislang noch einen begrenzten Fang von Westhering erlaubt. Die Behörde begründet dies mit Überfischung sowie Klima‑ und Umweltbelastungen, die den Beständen stark zugesetzt haben.
Erhöhungen bei anderen Beständen
Für andere Fischarten sieht die Kommission hingegen höhere Fangmengen vor. Dazu gehören die Sprotte und Heringsbestände in östlicheren Ostseegebieten. Grundlage der Vorschläge sind wissenschaftliche Einschätzungen des Internationalen Rates für Meeresforschung.
Die Verhandlungen über die Quoten gelten traditionell als schwierig. Sie ziehen sich häufig über viele Stunden bis in die Nacht und gelegentlich in den Folgetag hinein.
Reform der Agrarpolitik
Parallel dazu beraten die Ministerinnen und Minister über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik für die kommenden Jahre. Die irische Ratspräsidentschaft strebt bei dem zweitägigen Treffen eine Einigung über mehrere strittige Punkte an. Bundesagrarminister Alois Rainer nimmt für Deutschland teil.