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Großstädte haben bei Hitzeprävention noch Nachholbedarf

Die großen Städte in Mecklenburg-Vorpommern sind erst dabei, sich auf klimawandelbedingte, häufigere und längere Hitzeperioden hierzulande vorzubereiten.

Man sei aktuell erst in der Erarbeitung eines sogenannten Hitzeaktionsplans, hieß es übereinstimmend aus der Landeshauptstadt Schwerin, aus Greifswald und aus Neubrandenburg. In Rostock ist man hier schon weiter, wobei die Maßnahmen erst langfristig ihre Wirkung entfalten dürften.

Dass Hitze durch den Klimawandel auch für Städte und Gemeinden in Norddeutschland zu einer ernstzunehmenden Gesundheitsgefahr für die Einwohner werden kann, kommt also nur langsam in den Rathäusern an. Dabei hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe bereits im Jahr 2017 einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen erarbeitet: Die Vorschläge erstrecken sich von der Nutzung des Hitzemonitorings des Deutschen Wetterdienstes DWD über die Aufklärungsarbeit, bauliche und stadtplanerische Maßnahmen, die Vorbereitung des Gesundheitssystems bis hin zur Identifikation besonderer Risikogruppen.

In Rostock sollen neben kurzfristigen Hitze-Tipps über City-Light-Poster und die Bereitstellung von Trinkwasserstationen auf lange Sicht mehr Pflanzen in die Innenstadt zurückkehren, Gewässer offengelegt und Frischluftschneisen angelegt werden. In Greifswald sind laut Angaben der Stadt ähnliche Maßnahmen im Gespräch.

DWD-Experte Andreas Matzarakis machte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur deutlich, dass für die Beurteilung von Hitzegefahren für Menschen nicht die Temperatur allein ausschlaggebend sei. Hinzu kämen Faktoren wie Luftfeuchte, Wind und Sonneneinstrahlung. Zudem hänge die individuelle Gefahr auch von Alter, Gesundheit und der ausgeübten Aktivität aus.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verweist als Maßstab für die Erträglichkeit von Hitze auf den sogenannten WBGT-Index, der angibt, wann der menschliche Körper bei einer bestimmten Gesamtsituation noch in der Lage ist, die Körpertemperatur durch Schwitzen selbst zu regulieren. Im Grenzfall, wenn Personen nicht an die Umgebung gewöhnt sind, die Luftfeuchtigkeit hoch ist und schwere Tätigkeiten ausgeübt werden, kann die Grenztemperatur laut Webseite bis auf 20 Grad sinken. Weit entfernt also von Temperaturen, die landläufig mit Hitze in Verbindung gebracht werden.

Die Städte sollen sich bei ihren Hitzeplänen jedoch zunächst nach dem DWD richten. Dieser bietet mit seinem „Thermischen Gefahrenindex“ eine farbige Warnkarte für ganz Deutschland, ähnlich derer für die Feuergefahr. Ab 32 Grad weist diese Warnkarte eine hohe, ab 38 Grad eine sehr hohe Gesundheitsgefahr aus.

Warnungen des DWD erfolgen laut Matzarakis dann, wenn die 32-Grad-Schwelle an zwei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, ohne dass es sich zwischendurch abkühlt, oder an einem Tag die Extremtemperatur von 38 Grad erreicht wurde.

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